Kein Kurztext vorhanden. Schauen Sie in die PDF.
NEWS2 | Nr. 4 | August 2010 Die 9.000 Mediziner würden somit insgesamt rund 165 Millionen Euro im Jahr zu- sätzlich bekommen, berich- tete das „Handelsblatt“ in seiner Ausgabe vom 26. Juli 2010. Im kommenden Jahr müssten die Zahnärzte ins- gesamt wie geplant 50 Milli- onen Euro zum Ausgleich des Kassen-Defizits von 11 Milliarden Euro beitragen. Gesundheitsstaatssekretä- rin AnnetteWidmann-Mauz (CDU) sagte der Nachrich- tenagenturdpainBerlin, auch die Zuwächse der Zahnärztewürdenbe- grenzt. „In einem nächsten Schritt hat sich die Koalition vorgenommen,histo- rische Unterschiede der Vergangenheit bei der Ost-West-Vergütung 20 Jahre nach der Einheit schrittweise abzubauen.“ Das sei nur gerecht. Quelle: dpa,26.07.2010 Honorarangleichung Trotz des Milliardendefizits der gesetzlichen Krankenversicherung sollen die Honorare der ostdeutschen Zahnärzte Schritt für Schritt ans Westniveau angeglichen werden. Eine Umfrage mit mehr als 1.000 Teilnehmern hat er- geben, dass das Merkmal „schöne Zähne“ deutlich vor Faktoren wie Gesicht, Klei- dung und Haut liegt. Dem- entsprechend ist auch das persönliche Engagement für die Zahnpflege sehr hoch. Etwa die Hälfte aller Befrag- ten verwendet noch weitere Zahnpflegeprodukte außer Zahnpasta. 84 Prozent der Befragten ist die Gesundheit ihrer Zähne wichtig bis sehr wichtig. Somit sind sie auch zu einem finan- ziellen Ein- satz bereit, wenn es um ihre Zähne geht: Jeder Fünfte investiert über die Kassenleistungen hinaus in die Zahngesundheit. Be- sonders häufig wird dabei eine professionelle Zahn- reinigung gewählt – dieses Angebot nutzen 33 Prozent der Umfrage-Teilnehmer re- gelmäßig. Der Zusammen- hang zwischen der Gesund- heit der Zähne und dessen Aussehen wird in den Um- frageergebnissen ebenfalls deutlich: 88 Prozent der Be- fragten, denen das Ausse- hen ihrer Zähne sehr wichtig ist, legen großen Wert auf die Zahngesundheit.„Diese Ergebnisse verdeut- lichen einmal mehr, wie wichtig es ist, sich frühzeitig intensiv mit der Zahnge- sundheit zu beschäftigen. Damit die Zähne gar nicht erst zu einem optischen Ma- kel werden, muss vor allem Karies frühzeitig behandelt werden“, so Oberarzt Priv.- Doz. Dr. Hendrik Meyer- Lückel von der Universitäts- klinik Kiel. Gemeinsam mit Dr. Sebastian Paris ist er maßgeblicher Entwickler ei- ner neuartigen Form der Ka- riesbehandlung – der soge- nannten Kariesinfiltration. Beginnende Karies kann dabei ohne Bohren, ohne Schmerzen und ohne un- nötigen Verlust gesunder Zahnsubstanz behandelt werden. Die Methode ba- siert auf einem speziellen flüssigen Kunststoff, mit dem der krankhafte Zahn- schmelz aufgefüllt und ver- schlossen wird. Mehr zu die- sem Verfahren in Ausgabe 2/2010 der PN Parodontolo- gie Nachrichten, abzurufen als E-Paper unter www.zwp- online.info/publikationen Quelle: ots, DMG, 26.07.2010 Gespart wird woanders Ein strahlendes Lächeln als optischer Blickfang ist von besonderer Bedeutung. Die FZ bezieht klare Stellung zu einer ethischen Selbstver- pflichtung der Zahnärzte in Zeiten des gesellschaftlichen Wandels. Zwischen den Po- len der Rolle des Helfers und des wirtschaftlich handeln- den Unternehmers braucht der Zahnarzt eine Orientie- rung, die er auch in der Öf- fentlichkeit klar vertreten kann. Moralische Werte wie Kollegialität, ärztliche Ver- schwiegenheit und soziale Verantwortungwerdenindie- sem Leitbild deutlich nieder- gelegt. Jeder Zahnarzt kann durch seine Unterschrift die Selbstverpflichtung erklären. Eine solche Selbstverpflich- tung sei absolut notwendig, so der zweiteVorsitzende der FZ, Zahnarzt Roman Bern- reiter, M.Sc., aus Zwiesel. „Wir bedanken uns bei der Landeszahnärztekammer Sachsen (LZKS) für diese elementareVorlage.“ Das von der FZ nachdrücklich emp- fohlene Leitbild hatte die LZKS erarbeitet und zurVer- fügung gestellt. Bernreiter weiter: „Inmitten des Körper- schaftswahlkampfes nicht nur in Bayern steht es uns al- len gut an, moralische Werte in den Vordergrund zu stel- len.“Kollegialitätseieinerder Punkte, die im Leitbild unter- strichen werden. Gerade daran habe es in letzter Zeit gemangelt, so der stellvertre- tende FZ-Vorsitzende weiter. Es kann nicht sein, dass stan- despolitisch aktive und in der Kollegenschaft beliebte Kollegen von „interessierten“ Zahnärzten mit Prozessen überzogen werden mit dem alleinigenZiel,diese„misslie- bigen“ Kollegen aus der Stan- despolitik zu entfernen.Auch aggressive Werbestrategien einzelner Zahnärzte werden in dieser Verpflichtung abge- lehnt. „Dieses Leitbild dient dem Wohl des Patienten, der Mitarbeiter und nicht zuletzt des freiberuflich denkenden und verantwortlich handeln- den Zahnarztes. Wir werden es in allen Gremien zur Dis- kussion stellen und hoffen aufeinenbreitenKonsens“,so Bernreiter. Quelle: Freie Zahnärzte- schaft e.V., 17.05.2010 Definiertes Leitbild Die Freie Zahnärzteschaft (FZ) fordert alle Zahnärzte auf, sich ein positives Leitbild zu geben und hat dazu eineVorlage verabschiedet. Sehr geehrter Prof. Benz, der demografische Wandel ist einThema, das seit Jahren im Gespräch um die gesellschaft- liche Entwicklung in Deut- schland dominiert. Die Mög- lichkeiten, wie man diesem Trend entgegentreten sollte, werden heiß diskutiert. Worin sehen Sie in diesem Zu- sammenhang die besondere Herausforderung der Alters- zahnheilkunde? Der demografische Wandel wird die Entwicklung in Deutschland in den kommen- den Jahrzehnten bestimmen. Umso mehr Sinn macht es, sich frühzeitig auf die unaus- weichlichen Veränderungen einzustellen. Ein unmittelbar bevorstehendes Problem für die Zahnmedizin wird imAus- bildungsbereich entstehen. Konnten wir bislang die Ab- wanderungsquote der Zahn- medizinischen Fachangestell- tenmitneuenAuszubildenden ausgleichen, werden wir uns in Zukunft deutlich intensiver bemühen müssen, jüngere Mitarbeiter zu gewinnen und ältere Mitarbeiter zu halten. Andererseits machen gerade ältere Mitarbeiter bei einer steigendenZahlältererPatien- ten sehr viel Sinn, weil sie auf „Alters-Augenhöhe“ beraten können. Damit sind wir dann auch schon bei der zweiten großen Veränderung für die Praxis: Unsere Patienten wer- den immer älter. Im Bundes- durchschnitt ist heute jeder fünfte mögliche Patient auf dem Zahnarztstuhl 65 Jahre und älter, 2030 wird dies na- hezu jeder dritte Patient sein. Wer die „fitten“Alten nicht ak- tiv für die Praxis gewinnt, ver- liert jedes Jahr Patienten. Und da geht es nicht nur um Implantate, sondern in erster Linie um Parodontologie und Prävention. Welche Möglichkeiten bie- tet die DGAZ, um praktizie- rende Zahnärzte auf diesen Trend vorzubereiten? Wir sind in den verschiedens- ten Bereichen tätig. Dazu gehört der intensive Kontakt zu den Seniorenorganisa- tionen – z.B. zur BAGSO (Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen). Ziel ist die Verbreitung der Botschaft: „Liebe Senioren, Munderkrankungen sind keine schicksalhaften Alters- erscheinungen, also kümmert Euch!“ Das Curriculum Al- terszahnmedizin der DGAZ – gemeinsam mit der APW und der Landeszahnärztekammer Hessen–schließtganzkonkret dieLücke,diefürZahnärztein der universitären Ausbildung bis heute besteht: Wie geht Zahnmedizin in der Pflege? Gleichzeitig ist das Curricu- lum wichtiger Baustein zum Erwerb des Titels „Spezialist für AlterszahnMedizin“, der die Möglichkeit geben soll, sich im Kontakt mit Pflegeein- richtungen,der regionalen Po- litik, aber auch der Standes- politik zu positionieren und zu behaupten. In welchen Bereichen der Alterszahnheilkunde besteht Ihrer Meinung nach noch be- sonders viel Potenzial für Weiterentwicklung und Ver- besserung? UnserePatientensindzwaralt, die Alterszahnmedizin selbst ist jedoch jung, sodass natür- lich überall Entwicklungs- potenzial besteht. Eine ganz besondere Herausforderung stellen dabei pflegebedürftige Menschen dar, die zu Hause gepflegt werden. Hier handelt essichumimmerhin68%aller Pflegebedürftigen, für die es unter wirtschaftlichen Ge- sichtspunkten bislang keine vernünftigen Ansätze einer zahnmedizinischen Versor- gung gibt. Was möchten Sie unseren Lesern für die tägliche Arbeit in der Praxis, speziell im Um- gang mit der Generation 50+, auf denWeg geben? Die Generation 50+ braucht keine andere Zahnmedizin, und sie braucht auch keine Kompromissbehandlungen. Wassiebraucht,isteineandere Einstellung im Praxisteam. Es gilt, sich in ein Alter hineinzu- versetzen,dasmanselbstnoch gar nicht erreicht hat. So ist es z.B. für ältere Menschen oft viel anstrengender „fit“ zu er- scheinen, als jüngere glauben. Deshalb sind Barrierefreiheit und ein großzügigeres Platz- angebot heute die wichtigsten Einrichtungs- und Renovie- rungsziele für eine Praxis. Eine andere Einstellung brau- chen wir auch in der zahn- medizinischen Schlüsseldiszi- plin, der Prophylaxe. Kinder motivieren wir gerne mit pau- schalerAngst,dasfunktioniert bei lebenserfahrenen Älteren jedoch nicht mehr. Hier müs- sen andere Aspekte aufgegrif- fen werden, wie z.B. die indi- viduelle Risikoanalyse (insbe- sondere Parodontitis, nicht immer nur Karies!), die Bis- phosphonatproblematik mit dem Ziel eines entzündungs- freienMundesunddieAuswir- kungen der Mundgesundheit auf die allgemeine Gesund- heit. Alterszahnmedizin – einWeg in die Zukunft Die Alten werden immer älter und entsprechend wandelt sich das Bild in Deutschland. Neue Konzepte und Arbeitsweisen müssen als Reaktion darauf gefunden werden. Um demThema näher auf den Grund zu gehen, sprachen wir mit Prof. Dr. Christoph Benz,Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für AlterszahnMedizin e.V. (DGAZ). Prof. Dr. Christoph Benz PARODONTOLOGIE Nachrichten IMPRESSUM Die PN Parodontologie Nachrichten erscheint regelmäßig als Zweimonatszeitung. Bezugspreis: Einzelexemplar: 8,– € ab Verlag zzgl. gesetzl. MwSt. und Versandkosten. Jahresabonnement im Inland 45,– € ab Verlag zzgl. gesetzl. MwSt. und Versandkosten. Abo-Hotline: 03 41/4 84 74-0. Die Beiträge in der „Parodontologie Nachrichten“ sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck, auch auszugsweise, nur nach schriftlicher Geneh- migung des Verlages. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit von Verbands-, Unternehmens-, Markt- und Produktinformationen kann keine Gewähr oderHaftungübernommenwerden. AlleRechte,insbesonderedasRechtderVervielfältigung(gleichwelcherArt)sowiedasRechtderÜbersetzung in Fremdsprachen – für alle veröffentlichten Beiträge – vorbehalten. Bei allen redaktionellen Einsendungen wird das Einverständnis auf volle und auszugsweise Veröffentlichung vorausgesetzt, sofern kein anders lautender Vermerk vorliegt. Mit Einsendung des Manuskriptes gehen das Recht zurVeröffentlichungalsauchdieRechtezurÜbersetzung,zurVergabevonNachdruckrechtenindeutscheroderfremderSprache,zurelektronischen Speicherung in Datenbanken, zur Herstellung von Sonderdrucken und Fotokopien an den Verlag über. Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Bücher und Bildmaterial übernimmt die Redaktion keine Haftung. Es gelten die AGB und die Autorenrichtlinien. Gerichtsstand ist Leipzig. Verlag Oemus Media AG Tel.: 03 41/4 84 74-0 Holbeinstraße 29 Fax: 03 41/4 84 74-2 90 04229 Leipzig E-Mail: kontakt@oemus-media.de Redaktionsleitung Kristin Urban Tel.: 03 41/4 84 74-3 25 E-Mail: k.urban@oemus-media.de Redaktion Eva Kretzschmann Tel.: 03 41/4 84 74-3 35 E-Mail: e.kretzschmann@oemus-media.de Projektleitung Stefan Reichardt Tel.: 03 41/4 84 74-2 22 (verantwortlich) E-Mail: reichardt@oemus-media.de Produktionsleitung Gernot Meyer Tel.: 03 41/4 84 74-5 20 E-Mail: meyer@oemus-media.de Anzeigen Marius Mezger Tel.: 03 41/4 84 74-1 27 (Anzeigendisposition/ Fax: 03 41/4 84 74-1 90 -verwaltung) E-Mail: m.mezger@oemus-media.de Abonnement Andreas Grasse Tel.: 03 41/4 84 74-2 00 (Aboverwaltung) E-Mail: grasse@oemus-media.de Herstellung Matteo Arena Tel.: 03 41/4 84 74-1 15 (Grafik, Satz) E-Mail: m.arena@oemus-media.de Druck Dierichs Druck + Media GmbH Frankfurter Straße 168, 34121 Kassel
