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Ein medizinischer Therapie- fokus, eine gezielte Implan- tatversorgung und die Inte- gration der Mikrochirurgie in dieTherapie sind die Kern- bausteine der modernen Pa- tientenbehandlung.Einever- besserte medizinische Quali- fikation des Zahnarztes er- leichtert den Dialog mit dem Patienten und schafft die not- wendige Empathie. Die er- folgreiche Durchsetzung des Zahnarztes im Markt erfor- dert neben Therapiesicher- heit Kostenbewusstsein und ein strukturiertes Vorgehen am Patienten. Die moderne Mikromedizin erleichtert die Behandlung durch weniger Schmerz und mehr Ästhetik. Eine patientengerechte Pra- xisorientierung zusammen mit einem systematischen Behandlungsaufbau sowie eine konsequente Team- und Patientenmitarbeit sind die Bausteine einer erfolg- reichen Parodontalbehand- lung. Näheres im Programm auf Seite 9. Die Parodontitis gehört zu den häufigen Erkrankungen derMundhöhleundistsicher eine der häufigsten chroni- schen Entzündungen des Menschen im Erwachsenen- alter. Parodontalpathogene Bakterien sind in der Lage, ausgehendvomZahnfleisch- sulkus in die parodontalen Gewebe einzudringen.1 Durch den damit verbunde- nen Verlust der epithelialen Integrität kann in der Folge die Zahnfleischtasche ent- stehen und die Gefahr einer Bakteriämie erhöht sich. In- zwischen ist bekannt, dass vorübergehende Bakteriä- mien beim Menschen nach dem Zähneputzen und nach Anwendung von Zahnseide entstehen können.3,5,19 Zu- nehmend wird in der Lite- ratur auch über einen möglichen pathogenetischen Zusammenhang zwischen latenten chronischen Ent- zündungen und Störungen des Fettstoffwechsels bzw. Herz-Kreislauf-Erkrankun- gen berichtet.2,10,11,21 So gilt inzwischen die Zahnfleisch- tasche als eine wichtige bak- terielle Eintrittspforte anae- rober Bakterien bzw. ver- schiedener lokaler Zytokine in das Herz-Kreislauf-Sys- tem. Für die destruktiven Prozesse an den parodonta- lenGewebenundamalveolä- ren Knochen sind u.a. Agre- gatibacter actinomycetem- comitans und Porphyromo- nasgingivalisverantwortlich (Abb. 1a und b). Es gibt aber zunehmend auch Hinweise, dass gramnegative orale Bakterien in der Ätiologie der Arteriosklerose eine Rolle spielen.6 Zambon et al. wiesen Porphyromonas gin- givalis in arterioskleroti- schen Plaques bei Patienten mit koronarer Herzkrank- heit nach.21 Genco et al. spre- chen von einem erhöhten Risiko für Myokardinfarkte beim Nachweis von Porphy- romonas gingivalis und Tan- nerella forsythia in der Zahnfleischtasche.2 Von der Parodontal- chirurgie zur Paro- dontalmedizin Vor diesem Hintergrund ist ein Wandel der bisherigen Therapiemodalitäten für die häufig generalisiert auftre- tende Parodontitis dringend nötig.Insbesondere muss die Therapie auf die Eradikation der parodontalpathogenen Bakterien gerichtet sein. Die Zeitung für Parodontologie, Implantologie und Prävention I www.pn-aktuell.de Nr. 4 | August 2010 | 7. Jahrgang | ISSN: 1613-7191 | PVSt: 64583 | Einzelpreis 8,– € PARODONTOLOGIE NACHRICHTEN Aktuell Aktives Verkaufen Dem Patienten ein Ha- ben-Wollen- ohne einVer- kauft-Bekommen-Ge- fühl zu vermitteln, funk- tioniert.Das„Wie“bringt Marc M. Galal in seinem Beitrag näher. Praxismanagement 8 Seite 15 Zahnersatz erhalten Christine Baumeister gibt Tipps zur Abrech- nung von Prophylaxeleis- tungen vor der Prothetik bzw. bei bereits vorhan- denem Zahnersatz. Abrechnung 8 Seite 16 Therapie- freiheit Maßnahmen zum Erhalt parodontal geschädigter Zähne dürfen nicht allei- nige Entscheidung des Behandlers sein – der Pa- tient hat hier ein Wört- chen mitzureden. Recht 8 Seite 17 Schwerpunkt Präventionskonzepte 50+ 2-Schritt-Therapie bei Parodontitis Für den klinisch tätigenArzt ist es auch heute noch manchmal schwierig,ein Behandlungskon- zept zu erstellen,das zu stabilen klinischen Langzeitergebnissen bei schwerer Parodontitis führt. Die Kombination von mechanischen Maßnahmen und dieAntibiotikagabe kannAbhilfe schaffen. Das Schönste an meinem Alter? … Ich weiß, genau, was das Beste für mich ist. – So, und ähnlich in vielen anderen Informationsbroschüren für Pflege- und Kosmetikartikel für die Kunden der „50+ Al- tersgruppe“, beschreibt ein namhafter Hersteller sol- cher Produkte sicherlich nicht zu Unrecht das Den- ken und die daraus resul- tierende Anspruchshaltung der Menschen dieser Alters- gruppe. Anders jedoch als bei der Verwendung von Schönheits- und Körper- pflegeprodukten zur Auf- rechterhaltung eines attrak- tiven Aussehens, insbeson- dere auch im Lebensab- schnitt 50+, stellt der Ge- brauch mundgesundheitsbe- zogener Produkte im Rah- men der häuslichen Mund- hygiene nur bedingt eine gleichwertig reizvolle Sache dar. Denn entsprechend ei- ner Befragung der Dialego AG Market Research zum Thema Zahnpflege im Jahre 2006, gaben nur 59 Pro- zent der Gruppe „50 Jahre und älter“ an, sich die Zähne zweimal täglich zu reini- gen. 24 Prozent dieser Grup- pe putzten ihre Zähne so- gar nur einmal am Tag. Der Studie folglich reinigen zwar nur 28 Prozent der Gruppe „50 Jahre und älter“ ihre Zahnzwischenräume zweimal pro Tag, respektive „Halbzeit für’s Gebiss“ „Was Hänschen nicht lernt,lernt Hans nimmermehr…“ – DieVermittlung und praktische Umsetzung von Konzepten zum Schutz vor Läsionen der Zahnhartsubstanz sowie Erkran- kungen des parodontalen Halteapparates müssen bereits im frühesten Kindesalter beginnen. 8 Seite 4 8 Seite 10 Cupral® Humanchemie GmbH @ Messeangebot: Probierpackung für15 Euro netto Besuchen Sie uns auf den Dentalmessen! ANZEIGE Abb. 1: 48-jähriger Patient mit aggressiver Paro- dontitis. a) Pus-Entleerung. b) Sehr hohe Sondie- rungstiefenundmassiveBlutungnachSondierung. a b Abb. 1: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr oder nur schwer“ gilt auch für die tägliche Durchführung der erforderlichen altersgerechten häuslichen Mundhygiene. – Der Autor (51 Jahre alt) als Vertreter der „Altersgruppe 50+“ mit seinen beiden Söhnen 5 und 3 Jahre alt. Mundhygiene-Pflegetech- niken, welche im Alter von 50 Jahren und älter praktiziert werden, werden in ihren Grundzügen bereits im frühenKindesaltererworben.(FotoerstelltmitfreundlicherUnterstützungderGlaxoSmithKlineConsumer Healthcare GmbH & Co. KG, Deutschland.) Parodontologie zeitgemäß Im „Kompaktkurs Parodontologie“ im Rahmen des 7.Leipzi- ger Forums für Innovative Zahnmedizin beleuchtet Priv.-Doz. Dr.Rainer Buchmann die patientengerechte Parodontologie.
