Als Theodore Maiman vor exakt 50 Jahren den ersten funktionierenden Laser gebaut hatte (Abb. 1), konnte er nur ahnen, welche Folgen das haben würde. Er aber war nicht der Einzige, der sich mit diesem Thema auseinandergesetzt hatte. An unterschiedlichen Stellen unserer Erde war der Wettlauf im Gange, Einsteins Theorien in einem Gerät umzusetzen. Nach dem ersten Laser von Maiman, mit einem Rubinkristall als Medium, entstanden schon bald andere Festkörperlaser, Diodenlaser, Gaslaser und Farbstofflaser.
19 LASER JOURNAL 2/2010 50 Jahre Laser n AlsTheodoreMaimanvorexakt50Jahrendenersten funktionierenden Laser gebaut hatte (Abb. 1),konnte er nur ahnen,welche Folgen das haben würde.Er aber war nicht der Einzige, der sich mit diesem Thema ausein- andergesetzt hatte.An unterschiedlichen Stellen unse- rer Erde war derWettlauf im Gange,Einsteins Theorien ineinemGerät umzusetzen.NachdemerstenLaservon Maiman, mit einem Rubinkristall als Medium, entstan- den schon bald andere Festkörperlaser, Diodenlaser, Gaslaser und Farbstofflaser. EsdauerteeinigeZeit,bisLaserihrenPlatzinForschung, Industrie und praktischen Anwendungen gefunden hatten. Erste Anwendungen in der Medizin waren mit CO2-,Holmium-,YAG- und Neodym-YAG-Lasern,die chi- rurgisch oder ablativ eingesetzt wurden, sowie Thera- pielaser,die mit niedriger Energie für Zell- und Gewebe- stimulation sorgten. Einführung in die zahnärztliche Praxis In der Zahnmedizin kamen Laser anfangs nur zögerlich zum Einsatz. Die chirurgischen Laser wurden erst in den Achtzigerjahren in die zahnmedizinischen Praxen einge- führt. Unter anderem der CO2-Laser (10.600nm) wurde mehr oder weniger ausderMedizinübernommenundleis- tetehervorragendechirurgischeArbeit, insbesondere bei größeren Eingriffen wie Schlotterkämmen, Epuli, Operculi, Hyperplasien, aber auch bei der ober- flächlichen Abtragung z.B. von Leuko- plakien.MitsehrgeringerEindringtiefe, hoherGeschwindigkeitundunblutigen Schnitten wurde es ein beliebtes und bis heute geschätztes chirurgisches Instrument, was immer weiterentwi- ckeltwurde(Abb.2bis5). Der Ho:YAG-Laser (2.060nm) führte eher ein Schattendasein in der zahn- ärztlichen Praxis. Er stammte aus dem Bereich der Ophthalmologie und eignete sich auch für Knorpelbearbeitung.Es war eine Alternative für den CO2- Laser, da man ihn aufgrund seiner Absorption in Wasser ebenfalls in der Chirurgie anwenden konnte. Problema- tischwarenjedochdievermehrteniatrogeneSchädenund die in der parodontologischen und endodontologischen BehandlungfehlendenVorteilegegenüberdemNd:YAG- Laser(1.064nm).DieserLaserversprachaberlautAngaben derIndustrie,diehohenErwartungenderZahnärztezuer- füllen.In der Praxis sah es anders aus,was teilweise auch aufdengeringenKenntnis-undAusbildungsstandderAn- wender zurückzuführen war. Die Begeisterung für das neue zahnärztliche Instrument nahm daraufhin erst ein- mal ab.Die Gründung der Deutschen Gesellschaft für La- serzahnheilkunde(DGL)imJahr1991wardielogischeKon- sequenz. Sie bildete den Anfang für wissenschaftlich be- gründete Ausbildungen und Untersuchungen mit allen verfügbarenLasersystemen. Möglicherweise weil Goldman et al. 1960 versuchten, Zahnhartsubstanz mit einem Rubinlaser zu bearbeiten und zu der Erkenntnis kamen,dass dies ohne oder sogar auchmitderEntstehungvonSchädennichtmöglichwar, kühlte die Hoffnung,Laser als Bohrerersatz einsetzen zu können,zunächst ab.Es dauerte dann 32 Jahre,bis Keller und Hibst erste Untersuchungen mit einem Er:YAG-Laser (2.940nm) unter- nahmen, um Zahnhartsubstanz er- folgreich zu bearbeiten. Ende der Neunzigerjahre hatten die ersten Er- bium-Laser ihre Premiere in den Zahn- arztpraxen.In dieser Zeit kam mit dem Er,Cr:YSGG-Laser eine zweite ähnliche Wellenlänge(2.780nm)aufdenMarkt. BeideLasergehörenzudenHartgewe- belasern (Hartgewebe kann bis jetzt nur mit diesen beiden Lasern bearbei- tet werden), die im höchsten Absorp- tionsbereichvonWasser(Abb.6) arbei- ten und auch eine gute Absorption in Hydroxylapatit haben. Das Interes- sante an diesen Lasern ist, dass sie ist ein weiterer hocherfreulicher Aspekt! Und so wol- len wir dieses halbe Jahrhundert Laser gebührend feiern und in jeder Ausgabe des Laser Journals wich- tige Vertreter der deutschen Laserzahnheilkunde zu Wort kommen lassen. Freuen Sie sich auf ein Statement des niedergelassenen Praktikers Dr. Dr. Ingmar Ingenegeren im Laser Journal 2/2010. In der darauffolgenden Ausgabe kommt Profes- sorDr.NorbertGutknechtinseinerRollealsPräsidentder DeutschenGesellschaftfürLaserzahnheilkundee.V.(DGL) zuWort.StimmenausderIndustrieundvonAnwendern sollendasHeft 4amJahresendeabrunden.n Der Laser in der zahnärztlichen Praxis Ein Statement von drs. Ingmar Ingenegeren,M.Sc.,M.Sc. KONTAKT Dr.Georg Bach Rathausgasse 36 79098 Freiburg im Breisgau E-Mail:doc.bach@t-online.de Abb. 1: Prototyp eines Rubinlasers, vorge- stelltbeimADL-KongressinSanDiego2008.
