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Was bedeutet Erfolg in der „modernen Implantologie“? Als Maßstab galten dafür über Jahrzehnte erst die Osseointegrationsrate, danach die Überlebensrate der Implantate. Heute erwarten unsere Patienten deutlich mehr als nur osseointegrierte und möglichst lange im Kiefer verbleibende Implantate.

Special anderen Lösungen zu suchen: Gibt es Möglichkeiten Knochentransplantate zu decken, ohne die umliegen- den Weichgewebe zu verschieben und mehrfach zu operieren? Eine Wunddehiszenz ist für eine nicht resorbierbare Membran, wie sie in den Anfangszeiten der GBR ver- wendet wurden und heute für manche Indikationen immernochempfohlenwerden,derSuper-GAU:Biofilm bildet sich auf der Membranoberfläche, die Membran muss umgehend entfernt werden, das Graft ist kom- promittiert.SeitderEinführungderresorbierbarenKol- lagenmembranenistinderPraxisjedochimmerwieder berichtet worden, dass nach einer Wunddehiszenz die freiliegende Membranoberfläche komplikationslos granuliert. Bereits 2004 nach dem „Osteology Sympo- sium“ in Luzern, auf welchem wiederholt solche Fälle vorgestellt wurden, haben wir in der Praxis folgende Überlegungangestellt:NacheinerNahtdehiszenzsind die Schleimhautlappen traumatisiert,dieWundränder ausgerissen, die Durchblutung des Lappens durch die Periostschlitzung gestört, die des Knochens ebenfalls durch die großflächige Deperiostierung. Denkbar un- günstigeVerhältnisse also.Und trotzdem kommt es zu Granulation. WelcheFolgehättedieoffeneEinheilungderMembran, ohne Periostschlitzung, großflächiges Deperiostieren desKnochens,VerschiebungdesLappensundderdamit verbundenen Abflachung des Vestibulums und dem Verlust der keratinisierten Gingiva fixa? DieVermutung geht dahin, dass das Heilungspotenzial unter diesen Umständen besser ist. Ein Fallbeispiel DieimfolgendenFallvorgestelltePatientinistseitzwölf Jahren mit einer Brücke von Zahn 13,14 auf Zahn 18 ver- sorgt. Infolge der großen Belastung sind die endodon- tischvorbehandeltenZähne13,14frakturiert.DieExtrak- tion war unumgänglich. Die Patientin weist eine hohe Lachlinie,insbesondere im Bereich der Prämolaren,auf. In derartigen Fällen ist die Implantation im sichtbaren oberen Eckzahn-Prämolaren-Bereich mit einem hohen ästhetischen Risiko verbunden. Eine Verschlechterung des jetzt schon wegen der Rezession an Zahn 14 nicht idealen Zustandes hätte die Patientin nicht akzeptiert. Die keratinisierte Gingiva fixa ist an 14 sehr schmal,das Vestibulum ist flach,es fehlt vestibulär deutlich an knö- chernemVolumeninRegio15–17unterdenBrückenglie- dern (Abb. 4). Das OPG zeigt jedoch eine ausreichende Knochenhöhe. Nach dem Entfernen der Brücke wird das Ausmaß der horizontalen Kieferkammresorption erst richtig deutlich (Abb. 6). Es folgte die atraumatische Extrak- tionvonZahn13und14.DurchAbtastenmiteinemKu- gelstopferkonntesichergestellt werden,dassdieves- tibulären Knochenlamellen der Alveolen zwar dünn sind, aber erhalten waren. An 14 war die vestibuläre Wand wie erwartet etwas kürzer. Es folgten nachste- hende Schritte: – krestale Inzision von distal 13 bis mesial an 18, Scho- nung der Papille an 13 –PräparationdesLappensalsfull-thickness-flapjeweils nicht weiter als maximal ca. 3–4mm nach vestibulär und palatinal – krestaleOsteotomiemit einerdiamantiertenScheibe, geringer Drehzahl und unter guter Kühlung –SplittendesäußerenKieferkammanteilsnachvestibu- lär mit einem Meißel (dabei besteht naturgemäß ein gewissesFrakturrisiko,welcheswirjedochinKaufneh- men: der frakturierte Knochenanteil wäre am Periost gestielt, die Fraktur würde problemlos über Kalusbil- dung ausheilen können) – Pilotbohrung der Implantatbetten für die Implantate 16,17,Rest wirdmit Osteotomenerweitert,dieImplan- tatbettenfür13,14wiefüreineSofortimplantationüb- lich präpariert –Füllung des krestalen Spalts im Kieferkamm und der Alveolen um die Implantate mit Bio-Oss (Geistlich) –Positionierung der Implantate gemäß „Biologische Breite Protokoll“ (Dr.Taffet),13,14 mittig in die Alveolen –PositionierungderImplantatschulterderfürtransgin- givale Heilung vorgesehenen Implantate 2,5mm su- prakrestal; der approximale, mesiale Plattformrand 9 IMPLANTOLOGIE JOURNAL 3/2010 Abb. 4: Zustand vor Extraktion. Starke Rezes- sion an 14. Geringer Anteil an keratinisierter Gingiva.– Abb.5:Planungs-OPG. Abb.6:Schmaler Kieferkamm.– Abb.7:ZustandnachExtraktion, Bone Splitting, Sofortimplan- tation: freiliegende Kollagen- membran.

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