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EDITORIAL „Rot-Weiß-Ästhetik“ und „Minimalinvasive Implantattherapie“ – beides Themen, die sowohl für Chirurgen als auch Prothetiker hochinteressant sind. Durch die rasante Weiterentwicklung entsprechender Verfahren ergeben sich immer variantenreichere klinischeMöglichkeiten.FürdenPraktikerstelltsichbeiderLektüreoftdieFrage,wieund in welchem Umfang er die vielen Anregungen in seine eigene Alltagstätigkeit überneh- men soll.Folgende Aspekte spielen dabei eine wichtige Rolle:Nutzen,Risiko und Indika- tion.Oft existieren zwei Seelen in einer Zahnarztbrust.Die eine ist sicherheitsorientiert, auf langzeitbewährte Verfahren ausgerichtet und misst der eigenen klinischen Erfah- rung einen hohen Stellenwert zu.Die andere ist risikobereiter,innovativ,möchteTrends nicht verpassen. ZurBeurteilungvonNutzenundRisikensindwissenschaftlicheDatenausklinischenStu- dien unerlässlich. Gleiches gilt für die richtige Indikation, wobei hier natürlich auch die klinische Kompetenz des Behandlers eine ganz wesentliche Rolle spielt. Grundsätzlich sollten klinischeVarianten undWeiterentwicklungen bereits bewährter Methoden von Verfahren unterschieden werden,bei denen wirklich neueWege beschritten werden.In der ersten Gruppe spricht wenig dagegen,diese Methoden einmal klinisch einzusetzen und auf die Kompatibilität mit den eigenen Therapiekonzeptionen zu überprüfen. Die Empfehlungen aus den Fallberichten zur Rot-Weiß-Ästhetik gehören in diesen Bereich. Das Risiko ist hier eher gering.Bei der zweiten Gruppe ist eine differenziertere Betrach- tung sinnvoll.Hierzu würde ich den Einsatz von Kurz- und Ultrakurzimplantaten zählen. BeidiesemsehrinteressantenAnsatzerscheinenausprothetischerSichtdieDifferenzial- indikation und die Gestaltung der Suprastrukturen von besonderer Bedeutung. Die wissenschaftlicheGrundlageistallerdingsnochvergleichsweisedünn,auchwennKurz- implantate seit längerer Zeit eingesetzt werden und es zunehmend Evidenz für den kli- nischenErfolggibt.GanzallgemeinundunabhängigvonKurzimplantatenhabendiever- gangenenJahreauchinderImplantologiegezeigt,dassnichtalles,wasplausibelundauf den ersten Blick ziemlich sicher erscheint,diesem Anspruch in der Praxis langfristig ge- recht wird. Daher erhoffen sich viele Kollegen von wissenschaftlicher Seite möglichst zeitnahe und umfassende Bewertungen neuer Verfahren. Oft sind diese Erwartungen leider unrealistisch, da die Generierung hochwertiger klinischer Evidenz aufwendig, langwierig und teuer ist. Vielleicht ist ein goldener Mittelweg die den meisten Erfolg versprechende Lösung,mit einerausgewogenenMischungausLangzeitbewährtem,neuenBehandlungsvarianten und wirklich Innovativem. Er ist durch Flexibilität bei graduellen Neuerungen und ein eher vorsichtiges Herantasten bei dem Betreten von echtem Neuland gekennzeichnet. Das Risiko wirklich schmerzlicher Misserfolge ist so kontrollierbar. Die Praxis unterliegt dabei einem stetigen,aber eher langsamenWandel. Mit den besten kollegialen Empfehlungen Ihr Prof.Dr.MichaelWalter PräsidentderDeutschenGesellschaftfürZahnärztlicheProthetikundWerkstoffkundee.V. Auf die richtige Mischung kommt es an

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