Mehrschichtige Faceliftings, bei denen das SMAS gezielt angehoben und gestrafft wird, ermöglichen eine besonders harmonische und anhaltende Verjüngung der Konturen von Gesicht und Hals. Eine wesentliche Rolle spielt dabei die Art und Weise der Verlagerung des Platysmas. Die hier vorgestellte Platzierung zusätzlicher Fixationsnähte unter dem Platysma-Muskel führt zu einer weitergehenden Optimierung der Halskonturen. Daneben ermöglicht diese Technik das gezielte Anheben abgesunkener hypertrophischer Submandibulardrüsen und verringert das Risiko typischer Komplikationen eines Halsliftings.
Fachbeitrag _ Facelift I in Bezug auf die Haltbarkeit scheinen Plikations- nähte der SMAS-Technik unterlegen zu sein. _Zusätzliche Fixationsnähte unter dem Platysma Bei der klassischen Verlagerung und Fixation des SMAS werden lediglich an den Lappenrändern im Wangenbereich und unter dem Ohr Fixationsnähte angebracht. Daraus können folgende Nachteile re- sultieren: Das Ausbreiten des SMAS/Platysmas und zeltförmige Anspannen über den M. sternocleido- mastoideusführtdortzueinerGewebevermehrung und diskreten Verbreiterung des Halses, die ästhe- tisch störend sein kann. Aus dem gleichen Grund wird die markante Einsenkung am Vorderrand dieses Muskels durch den Lappen überlagert, wo- runter die klare Definition des Kieferwinkels leidet. Ein weiteres Problem können Nachblutungen dar- stellen, die sich unter dem mobilisierten SMAS/Pla- tysmalappen zu einer beträchtlichen Größe entwi- ckelnkönnenunddanneinechirurgischeRevisioner- fordern. Seit Herbst 2007 platzieren wir regelmäßig vier bis fünf zusätzliche 4/0 Fixationsnähte (nicht resorbier- barer, geflochtener Polyesterfaden), welche vom VorderranddesM.sternocleidomastoideusnachven- tral an die Unterseite des Platysmas reichen. Es erge- ben sich damit verschiedene Vorteile: DerVorderranddesM.sternocleidomastoideussowie darüber befindliche Anteile des Platysmas und des subcutanenFettgewebeswerdeneinStückweitnach ventralverlagert,worauseineästhetischvorteilhafte Verschmälerung der Halskontur resultiert. DerTotraumunterdemPlatysmaunddemSMASwird erheblich verkleinert. Damit sinkt auch das Risiko ei- ner revisionsbedürftigen postoperativen Nachblu- tung. I 07face2_2010 Abb. 4 Abb. 5 Abb. 6 Abb. 7 OP-Abb. 4 und 5_ Jetzt werden verschiedene Matratzennähte vom Vorderrand des M. sternocleidoma- stoideus zur Unterseite des Platys- mas gelegt. OP-Abb. 6 und 7_ Durch diese Nähte wird sukzessive das Platysma unter Spannung gebracht und die Hals- kontur betont. Gleichzeitig wird der Totraum unter dem SMAS/Platysma- lappen dadurch erheblich verkleinert, wodurch die Gefahr von Nachblutungen gesenkt wird. Abb. 8a Abb. 8b Abb. 8c Abb. 9a Abb. 9b Abb. 9c Abb. 8a –8c: Patient vor der OP_ 60-jähriger Patient, bei dem eine Elastose und Rhytidose von Wangen und Hals vorliegen. Abb. 9a–9c: Patient nach dem Facelift_ Derselbe Patient sechs Wochen nach einem Gesichts-Halslifting bei Anwendung der tiefen Suspensions- nähte und einer submandibulären Liposuction.
