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Wer an Alaska denkt, bedient sich häufig vieler Klischees: Im Winter kommt einem Jack London mit klirrender Kälte, Schnee und Eis sofort in den Sinn, wenn man nach Alaska im Sommer reist, wird man von jeder Seite her mit etwas süffisantem Lächeln „Ach, ihr macht eine Kreuzfahrt?“ beiseite geschoben. Beide Klischees kann man bedienen und sicherlich im Winter nach Alaska gehen und sich das berühmte Hunderennen Iditarod anschauen oder mit einem großen Kreuzfahrtschiff von Seattle über die Inside Passage bis nach Anchorage fahren. Man wird jedoch nichts anderes erleben als man aus einschlägigen Büchern ohnedies schon kennt und den wahren Charakter Alas-kas vollkommen verpassen...

_Auf dem Weg zum Mount McKinley Die Rückreise von Redoubt führte uns wieder über Anchorage, wo wir im James Cook Hotel übernach- teten, was eines der Drehscheiben gerade auch für die Dampfer-Touristen ist. Nach einer einnächtigen Verweildauer fuhren wir mit einer chauffierten Li- mousineinRichtungNordennachTalkeetna,einem der bekannten Zwischenstationen auf der Reise zum Mount McKinley. Talkeetna ist ein absolut tou- ristischesDorf,wiemanesvonamerikanischenRei- sen kennt. Nur wenn man sich mit den Einheimi- schen unterhält – dies sind häufig Leute, die nach Alaska gingen, um sich dort eine neue Existenz auf- zubauen, abseits der heutigen Hektik – bekommt man eine Vorstellung vom Lebensgefühl in Alaska. Für uns faszinierend war die Selbstverständlichkeit, mit dem Leute Häuser mitten in der Wildnis auf- bauen, ohne Strom- und Wasserversorgung, und sich ihr eigenes Holz schlagen, um ihre Häuser zu bauen. Das sind nicht nur 10 m2 große Hütten, son- dern durchaus behagliche Mehrzimmerhäuser. In ihnenlebenganz„normale” Familien,dieauchohne Probleme im öffentlichen Schulsystem mit Schneepflügen, Schneekatzen und zum Teil mit HundeschlittenihretäglicheReiseimWinterzuden Schulen antreten. Diese Art und Weise zu leben scheint dem Großteil der „Aussteiger“ wunderbare LebensqualitätzubietenundderVerzichtaufInter- net, Fernsehen und derartiges scheint in keinster Weise diesen Lebensstil zu trüben. Talkeetna bietet gerade für Fischer hervorragende Möglichkeiten, die Zusammenkunft verschiedener Flüsse von ihrer LastanLachsen,ForellenundanderemGetierzube- freien, und man sieht allabendlich in den Lodges, wie große Kühlboxen für den Heimtransport vorbe- reitetwerden.FürunseinHighlightwarderFlugmit einem mit Kufen ausgerüstetem kleinen Flugzeug auf den McEldrew-Gletscher, wo wir landeten und füretwaeinehalbeStundekurzvordemMountMk- Kinley-Gipfel eine Schneewanderung durchführen konnten. Der anschließende Rundflug um den Mount McKinley komplettierte dieses Erlebnis auf dieschönsteWeise.ZurückinTalkeetnatauchtman wiederindenTouristenstromderunablässigdurch- geschleusten Dampferbesatzungen ein, die mit Si- cherheit das einsame Vergnügen dieser Landschaft etwas trüben. Nach drei Tagen in Talkeetna ging es weiterinRichtungMountMcKinley,diesisteinsehr atemberaubenderAbschnittderReiseundendetam 62 I face2_2010 I Lifestyle _ Reisebericht

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