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Die moderne Gesellschaft hat ein stetig wachsendes und immer konkreteres Ästhetikbedürfnis im dentofazialen Bereich. Eine kombiniert kieferorthopädisch-kieferchirurgische Behandlung kann sowohl zum ästhetischen Ergebnis als auch zur Vorbereitung für eine andere Fachdisziplin für eine mögliche Rehabilitation des stomatognathen Systems – wie z.B. eine -prothetische Versorgung – beitragen. Bei Patienten mit skelettal offenem Biss und in Relation zum Obergesicht verlängertem Untergesicht sowie erschwertem Mundschluss kann die Verbesserung der Vertikalen durch eine Oberkieferimpaktion erreicht werden. Dadurch kommt es zu einer Harmonisierung der Gesichtsproportionen. Ein elementares Behandlungsziel in der Kieferorthopädie ist die Verbesserung der dentofazialen Ästhetik. Deshalb ist es in vielen Fällen erforderlich, dass mehrere Fachdisziplinen der Zahnheikunde – wie z.B. Parodontologie, Kieferorthopädie, Kieferchirurgie und Zahnerhaltung bzw. Prothetik – an einer Behandlung beteiligt sind, um ein möglichst optimales Resultat hinsichtlich der Funktion, der Ästhetik, der Stabilität und der Zufriedenheit des Patienten zu erreichen.

I Fachbeitrag _ Kieferchirurgie/Kieferorthopädie _Einführung DiemoderneGesellschafthateinstetig wachsendes und immer konkreteres Ästhetikbedürfnis im dentofazialen Bereich. Eine kombiniert kieferortho- pädisch-kieferchirurgische Behand- lung kann sowohl zum ästhetischen Ergebnis als auch zur Vorbereitung für eine andere Fachdisziplin für eine mögliche Rehabilitation des stoma- tognathen Systems – wie z.B. eine prothetische Versorgung – beitragen. Bei Patienten mit skelettal offenem Biss und in Relation zum Obergesicht verlängertem Untergesicht sowie erschwertem Mundschluss kann die Verbesserung der Vertikalen durch eine Oberkie- ferimpaktion erreicht werden. Dadurch kommt es zu einer Harmonisierung der Gesichtsproportionen. Ein elementares Behandlungsziel in der Kieferortho- pädieistdieVerbesserungderdentofazialenÄsthetik. Deshalb ist es in vielen Fällen erforderlich, dass meh- rere Fachdisziplinen der Zahnheikunde – wie z.B. Pa- rodontologie, Kieferorthopädie, Kieferchirurgie und Zahnerhaltung bzw. Prothetik – an einer Behandlung beteiligt sind, um ein möglichst optimales Resultat hinsichtlich der Funktion, der Ästhetik, der Stabilität und der Zufriedenheit des Patienten zu erreichen. _Patientengeschichte und Anamnese Die Patientin stellte sich im Alter von 21 Jahren in der prothetischen Abteilung zur Versorgung der Lücke in der Unterkieferfront vor, die sich infolge eines Unfalles ergeben hatte. Dabei waren die Zähne 33, 32 und 31 verloren gegangen und es lag in diesem Bereich ein ausgedehnter Defekt des Alveolarfort- satzes vor. Zusätzlich zu den Totalluxationen waren einige Kronenfrakturen vorhanden. Die Patientin klagte außerdem über Kiefergelenk- schmerzenbeimKauen,dieschonvor dem Unfall bestanden und sie fühlte sich durch die Eng- und Drehstände der Oberkieferfrontzähne ästhetisch beeinträchtigt. Bei der Funktionsanalyse wurde fest- gestellt,dassderUnterkieferhabituell nach ventral geschoben wurde, um den Mundschluss zu ermöglichen. DadurchwurdendieKondylenausih- rer physiologischen Position ventral- wärtsgeschoben.Eslageineentspre- chendgroßeDiskrepanzzwischender zentrischen Relation und der habi- tuellen Okklusion vor. _Diagnose Die diagnostischen Unterlagen wurden sowohl in derhabituellenOkklusion(Abb.1aundb)alsauchin der zentrischen Relation angefertigt (Abb. 2a und b, Abb. 3, Abb. 4a–e). Für die Diagnose und Behand- lungsplanung wurden die Unterlagen der zentri- schen Relation herangezogen. Nicht nur aus diagnostischen (Ermittlung der Zen- trik der Kiefergelenke), sondern vor allem auch aus ersten therapeutischen Überlegungen (Kieferge- lenksymptomatik) wurde für fünf Wochen eine plane Aufbissschiene eingegliedert, die zu einer Besserung der Schmerzen bei Funktion führte. In- folgedessen kam das ganze Ausmaß des Zwangs- bisses zum Vorschein; der Unterkiefer kam deutlich weiter dorsal zum Liegen und wich nach rechts ab, sodassaufderlinkenSeiteeineNonokklusionresul- tierte (Abb. 4 a–d). Die Fotostataufnahmen zeigen den unzureichen- den Mund- und Lippenschluss in der zentrischen 42 I face2_2010 Abb. 1_ Intraorale Aufnahmen in habitueller Interkuspidation vor dem Einsetzen der Aufbissschiene. Abb. 2a, b_ a: Fotostataufnahmen in der Zentrik nach dem Einsetzen der Aufbissschiene und vor Beginn der orthodontischen Behandlung. b: Deutliche Unterkieferabweichung von der Körpermitte (mittlere verti- kale schwarze Linie) nach rechts (rote Linie) – Laterognathie- und erschwerter Lippenschluss. Abb. 1c Abb. 1a Abb. 2a Abb. 2b Abb. 1b Die interdisziplinäreTherapie bei der Rehabilitationderdentofazialen Ästhetik bei erwachsenen Patienten Autoren_Prof. Dr. med. dent. Nezar Watted, Bad Mergentheim, Dr. med. dent. Tobias Teuscher, Bamberg, Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Josip Bill, Würzburg

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