Eine 42-jährige Simultanübersetzerin stellte sich aufgrund einer ausgeprägten parodontalen Erkrankung in unserer Praxis vor. In den letzten zehn Jahren wurden mehrere parodontale Therapien durchgeführt. Die alio loco ausgesprochene Empfehlung war die Entfernung aller Zähne und nach Ausheilung der Parodontitis und einer Übergangsphase mithilfe einer herausnehmbaren Prothese die verzögerte Implantation mit nachfolgender prothetischer Versorgung. Die Patientin fürchtete phonetische Probleme im Rahmen der Umstellung auf einen herausnehmbaren Zahnersatz im Oberkiefer und daraus resultierend eine länger-fris-tige Arbeitsunfähigkeit. Wir empfahlen der Patientin eine Sofortimplantation nach Zahnextraktion. Basierend auf einer transdentalen NobelGuideTM Planung sollte die Implantation mit NobelActiveTM Implantaten erfolgen.
Stützgewebes mittels Perio- Bridging durch digitale „Ex- tinktion“ des Zahnes im Zahnfach und Transfer der „Extraktionsalveole“ auf ein Modell möglich, wenngleich auch zeitintensiv. Dies beugt dem interdentalen Papillen- verlust durch verzögertes Implantieren nach Zahnex- traktion vor. _Diskussion Aufgrund des fehlenden physiologischenReizesver- liert der zahnlose Alveolar- kamm zunehmend an Kno- chenhöhe durch Inakti- vitäts-Atrophie. So kann nacheinerExtraktioninden ersten zwei bis drei Jahren ein Verlust insbesondere der bukkalen Lamelle von biszu40–60Prozenteintre- ten. In der Folge zeigen sich Absorptionsratenvonbiszu einem Prozent pro Jahr bis zum Ende des Lebens. Die Verwendung von Deckpro- thesen nach Zahnextrak- tion führen zum Verlust der Papille. Eine späte Implan- tation und eine Planung von einzelnen Kronen kön- nendaherinderFolgezuei- nem Problem der Rot-Weiß-Ästhetik führen. Bei abgeflachten Alveolarkämmen kann daher oft- mals die Papille nur künstlich (keramisch) ersetzt werden. Dieses zeigt einen ästhetischen Kompro- miss, insbesondere bei Patienten mit einer hohen Lachlinie. In der Sofortimplantation nach Zahnextraktion ist eine Möglichkeit geschaffen, den gegebenen Kno- chenverlauf zu konservieren. Die Sofortfunktion mithilfe provisorischer Kronen oder Brücken si- cherthierdenErhaltdesparodontalenStützgewe- bes. Hierüber gibt es klare und definierte Kriterien. Bei vorherrschender Entzündung oder chronisch degenerativen Erkrankungen infolge vertikalen Knochenverlustes bleiben manchmal nur aug- mentative Möglichkeiten, wie zum Beispiel das Si- 40 I face2_2010 I Fachbeitrag _ Implantologie Abb. 4a Abb. 6a Abb. 7d Abb. 6b Abb. 4b Abb. 4c Abb. 4d Abb. 5 Abb. 7c Abb. 7b Abb. 7a
