Die Rekonstruktion ausgedehnter Gesichtsdefekte ist eine chirurgisch-technische Herausforderung von besonderer sozialmedizinischer Bedeutung. Das Gesicht zu verlieren ist eine der Grundängste der Menschheit. Stigmatisiert zu sein und sich nicht mehr frei unter Menschen bewegen zu können, wird teilweise als schlimmer empfunden als der ursprüngliche Tumor oder Unfall. Daher ist eine möglichst kurzfristige Rekonstruktion für den Erfolg der Rehabilitation entscheidend. Hier ist die Epithese der Rekonstruktion mit Eigengewebe überlegen. Entscheidend für das gewählte Verfahren ist aber immer der Wunsch des Patienten...
Fachbeitrag _ rekonstruktive Chirurgie/epithetische Versorgung I I 33face2_2010 versorgung der Implantate. Nach Freilegung und Versorgung der Implantate durch Goldkäppchen mit integriertem Steg kann die fertiggestellte Epi- these zum Ersatz des rechten Ohres stabil fixiert werden (Abb. 5). Ausgedehnte Terebrans-Basaliome erfordern eine radikale Tumorresektion mit chirurgischer Entfer- nung der infiltrierten knöchernen Strukturen. Ein suffizienter Epithesenhalt kann nach Entfernung wichtiger Pfeilerstrukturen wie der kranio-laterale OrbitarahmenoderResektionderApperturapirifor- mis nur durch großflächig aufgelagerte und mono- kortikalfixierte Plattensysteme erreicht werden (Abb. 6). EinüberdenfazialenKieferhöhlenwändensowiean den paranasalen Pfeilern fixiertes gitterförmiges subperiostales Plattensystem hat sich nach Ablatio nasialsstabileVerankerungsmöglichkeitvonNasen- epithesen bewährt (Abb. 10 bis 13). _Zusammenfassung Trotz moderner plastischer Rekonstruktionstechni- ken hat die Epithese ihren festen Platz in der Reha- bilisation von größeren Gesichtsdefekten. Die os- seofixierte Silikonepithese erreicht ein kosmetisch gutes Rehabilitationsergebnis bei zuverlässigem Epithesenhalt. Besonders bei alten Patienten wird eine ästhetisch gefällige, komplikationsarme und zeitnahe Rekonstruktion oft höher bewertet als eine mehrzeitige langwierige Rekonstruktion mit Eigengewebe. Die Zukunft könnten funktionelle Eptihesen sein, die beispielsweise Bewegungen ermöglichen.10 UmsehrguteErgebnissezuerreichen,solltedieRe- habilitation in einem spezialisierten Team erfolgen. Die Behandlung umfasst dabei die präoperative Planung, den operativen Eingriff, die Epithesenher- stellung und die regelmäßige Nachsorge._ Literatur [1] Brånemark P I,Albrektsson T:Titanium implants permanently penetrating human skin. Scand J Plast Reconstr Surg, 1982; 16;17–21. [2] Brånemark P I: Osseointegration and its experimental back- ground.J Prosthet.Dent 1983;50(3):399–410. [3] Brånemark P I: Osseointegrationsmethode zur Rehabilitation im Mund-, Kiefer-, Gesichtsbereich. Phillip Journal, 1990;6; 275–279. [4] Federspil P:Knochenverankerte Hörgeräte:Eine Revolution in der Hörgeräteversorgung.HNOAktuell,1994;2;91–98. [5] Federspil P, Federspil P H: Die epithetische Versorgung von kraniofazialen Defekten.HNO,1998;46;569–578. [6] Schwipper V,Tilkorn H, Sander U: Misserfolgsraten und Fehl- indikationen in der implantatgestützten kraniofazialen Epithetik – Klinische Daten von 124 Patienten und Literaturübersicht. In SchwipperV,Tilkorn H:Fortschritte in der kraniofazialen chirurgi- schen Epithetik und Prothetik, Reinbek: Einhorn-Presse-Verlag, 1993,110–152. [7]TjellströmA,LindströmJ,RosenhallU,HallenO,AlbrektssonT, Brånemark P I: Five year experience with skin penetrating bone anchored implants in the temporal bone.Acta Otolaryngot Stockh 1983; 95(5–6); 568–575. [8] Tjellström A: Titanimplantate in der Hals-Nasen-Ohrenheil- kunde.HNO 1989; 309–314. [9] Tjellström A: Osseointegrated implants for replacement of absent or defective ears. Clinic in Plastic Surgery 1990;17(2); 355–366. [10] Klein, M., Menneking, H., Schmitz, H., Locke, H.G., Bier, J.A new generation of facial prostheses with myo-electrically driven moveable upper lid.Lancet 353,1493,1999 Dr. Dr. Andreas Bors Abteilung für Mund-,Kiefer- und Gesichtschirurgie LeitenderArzt:Professor Dr.Dr.Martin Klein Dr. Jan Dirk Wolff Abteilung für Plastische und Ästhetische Chirurgie LeitenderArzt:Dr.A.Krause-Bergmann Fachklinik Hornheide Dorbaumstr.300 48157 Münster E-Mail:mkg@fachklinik-hornheide.de face_Kontakt Abb. 14 Abb. 15 Abb. 16 Abb. 17 Abb. 18 Abb. 14 und 15_ Epithese Auge – Wange, Vorder- und Rückansicht. Abb. 16_ Ohrepithese. Abb. 17_ Mittelgesichtsepithese mit Schnurrbart. Abb. 18_ Nasenepithese.
