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Nichts individualisiert einen Menschen mehr als sein Gesicht. Und nirgends treten die Merkmale des Reifens und Alterns deutlicher hervor als im Gesicht. Die Bedeutung speziell der Nase als prägendes Merkmal für Gesicht, Typ und Charakter, ihre Ästhetik im Hinblick auf die Wahrnehmung und Einschätzung durch die Umwelt und die Möglichkeiten ihrer Korrektur zur Verbesserung dieser Wirkungen wurden vom Autor an früherer Stelle ausführlich behandelt (face 3/2008, Seite 28). Gegenstand der folgenden Ausführungen sind die flächigen Gesichtsfelder, die weniger den individuellen Typus charakterisieren, dafür jedoch umso mehr den Alterungsgrad eines Menschen spiegeln. Hier wie dort bietet die ästhetische Chirurgie Wege, das Erscheinungsbild positiv zu beeinflussen. Das Facelift ist das geeignete Mittel, dem Wunsch nach höherer Sympathie durch ein frischeres, jugendlicheres Erscheinungsbild nachzukommen. Welche Merkmale sind es im Einzelnen, an denen sich im Gesicht der Alterungsprozess festmachen lässt, und welche Möglichkeiten bietet die ästhetische Chirurgie nach dem heutigen Stand der Dinge, an diesen Merkmalen korrigierend einzugreifen?

I Fachbeitrag _ Facelift 14 I face2_2010 heute hässliche Narben und sonstige Stigmata aus undvermeiden,dassdiePatientenoperiertaussehen, z.B. durch unnatürlich gezogene Haut, unästhetisch verlagerte Haargrenzen, langgezogene Ohren und Haarverlust. Eine weitere Verbesserung brachte die Verwendung des Endoskops in der plastischen Gesichtschirurgie, erstmalsdurchLuisO.VasconezundNicanorG.Issein den 1990er-Jahren, erst 40 Jahre nachdem der deut- scheGynäkologeHansFrangenheimschondieEndo- skopiealsOP-Technikbegründethatte.Dadurchistes möglich, mit kleinsten Schnitten sicher und genau in bestimmten Gesichtsregionen (besonders Stirn und Mittelgesicht) zu arbeiten. Andere Facelift-Verfahren wie „Mini-Lift“, „Bio-Lift" oder die Verwendung von „Aptos-Fäden“ haben sich dagegen als nicht effektiv erwiesen. Mit ihnen erzielt mannurwenigWirkungundnurvonkurzerDauer.Im Grunde gleichen diese Verfahren denen, welche die Facelift-Pioniere vor 90 Jahren beschrieben haben. SieprofitierennichtvondendeutlichenFortschritten, die seitdem erzielt wurden, um vorhersagbare, lang- lebige und gute Ergebnisse zu erhalten. In der Medi- zinsindimmerwiederalteVerfahrenneubeschrieben und unter anderem Namen propagiert worden. Wie immer,wennmandiePatientenglaubenmacht,dasEi des Kolumbus entdeckt zu haben, erweist sich die gebotene Zurückhaltung schnell als begründet: Die heute möglichen, guten Resultate sind nur mit den zuvor beschriebenen, ausgedehnten OP-Techniken zu erzielen, die erhöhte Anforderungen an den Ope- rateur stellen. Die genannten Schnellverfahren wer- den daher oft von nicht-plastischen Chirurgen pro- pagiert, deren Operationstechnik nur beschränkt ist und für ein gutes Facelift nach dem heutigen Stand der plastischen Chirurgie nicht ausreicht. Was sind also nach heutigem Stand ärztlicher Kunst die effektivsten, besten Verfahren, um die Verände- rungen und Spuren des Alterungsprozesses im Ge- sichtsbereich zu korrigieren? Mit welchen Verfahren kann man wiederholbar, konstant und auf sichere Weise gute und lang haltbare Ergebnisse erreichen? _Stirn Im Bereich der Stirn ist das subperiostale Stirnlift das probate Mittel. Dieses Lift wird grundsätzlich ge- schlossen und mithilfe eines Endoskops durchge- führt.Dabeibenötigtmanzweibisfünfca.4cmlange SchnitteimHaarbereichnahederStirn.Damitkönnen dieAugenbrauenbeliebiggehobenwerden,inderRe- gelumca.1cm.Die„Zornesfalte“unddieFalteimBe- reich der Nasenwurzel (Procerus-Falte) können ent- fernt und die Falten periorbital (um die Augenhöhle) sowie im Stirnbereich geglättet werden. In seltenen Ausnahmefällen (z.B. bei einer zu hohen Haarlinie) muss ein Stirnlift offen durchgeführt werden. Dies geschiehtdannmittelseinesKoronarschnittsvonOhr zu Ohr (Abb. 4). _Mittelgesicht Im Bereich des Mittelgesichts unterhalb der Augen, vor allem wenn das Mittelgesicht flach ist und wenig Abb. 7a Abb. 7b Abb. 7c Abb. 7d Beispiel 1 (Abb. 7a–d)_ Bei dieser Patientin wurde das Hautgewebe so- wie die tiefere Schicht SMAS (Super- ficial Muscular Aponeurotic System) und Platysma im Bereich der Wange und des Halses gehoben, in die gewünschte Position gebracht und dort mittels Nähten fixiert. Man erkennt in den postoperativen Fotos mehr Volumen im oberen Mittelgesicht, Reduktion der Nasola- bial- und Perioralfalten, einen klar de- finierten Unterkieferrand und eine ju- gendliche Silhouette im Halsbereich. Beispiel 2 (Abb. 8a–d)_Bei dieser Patientin wurde das Hautgewebe so- wie die tiefere Schicht SMAS (Super- ficial Muscular Aponeurotic System) und Platysma im Bereich der Wange und des Halses gehoben, in die ge- wünschte Position gebracht und dort mittels Nähten fixiert. Außerdem wurde Fettgewebe im Bereich des Halses entfernt. Man erkennt in den postoperativen Fotos mehr Volumen im oberen Mittelgesicht, Reduktion der Nasolabial- und Perioralfalten, ei- nen klar definierten Unterkieferrand und eine jugendliche Silhouette im Halsbereich. Abb. 8a Abb. 8b Abb. 8c Abb. 8d

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