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Unglaublich! Im Jahr 2009 waren bereits fast 50% der Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland über 50 Jahre alt. Die deutsche Bevölkerung also ergraut und dieser Prozess ist kein vorübergehendes Phänomen, sondern bedeutet in den kommenden Jahrzehnten eine große Herausforderung, auch für die Zahnmedizin.

fizienten Mundhygiene ein. Bedenken Sie den Aufwand fürdenPatientenundseinUmfeld,wenndieTermineaus- schließlich in der Praxis stattfinden.EineVielzahl von Be- handlungsschrittenkannunmittelbarauchamWohnort desPatientendurchgeführt werden.NurwenigeEinrich- tungen bieten hierfür einen speziellen Raum mit zahn- ärztlicher Ausstattung. Die Industrie jedoch ermöglicht heute mit einer großen Auswahl auch den professionel- len,mobilen Einsatz.Eine zahnärztliche Einheit mit allen technischen Möglichkeiten (Druckluft, Absauganlage, BestückungTurbineundWinkelstück)kannineinemKof- fer direkt am Bett eingesetzt werden.Der mobile Einsatz erfordert vom Praxisteam große Flexibilität. Dennoch lässt sichderAufwandfürdendezentralenEinsatzdurch eine routinierte und sinnvolle Vorbereitung im Bereich Verwaltung wie auch bei der Organisation des benötig- ten Instrumentariums und der Materialien auf ein Mini- mumreduzieren.DergemeinsameBesuchamBett eines multimorbiden Alten, die Arbeit unter häufig widrigen Bedingungen,bedeutet auchfürdaseingespieltePraxis- teameinephysischeundvorallempsychischeHerausfor- derung. Begegnen Sie den häufigen Vorurteilen, aber auchdenÄngsten,mitVerständnisundRespekt. DasKonzepteinerVersorgungvonpflegebedürftigenPa- tienten wird auch immer Lösungen anbieten, wenn der Patient bei fehlender Kooperation und in der Folge Un- möglichkeit einer regelgerechten Therapie offensicht- lichakutenBehandlungsbedarfaufweist.ZahlreichePra- xenhaltenfürdasAngeboteinerZahnsanierunginIntu- bationsnarkose(ITN)KooperationenmiteinemAmbula- torium oder auch einem Klinikum in der näheren Umgebung. Problematisch erweist sich häufig die Ver- tragsverhandlung und -gestaltung. So ist bei einer prä- und postoperativen stationären Aufnahme auch die zahnärztlicheTherapieimRahmenvonDRG’s(Diagnosis Related Group) durch das Krankenhaus gegenüber den Kostenträgernabzurechnen.DerZahnarztwirddiezahn- ärztliche Therapie auf Basis der GOZ gegenüber dem KrankenhausinRechnungstellen.DasKrankenhauswird alsovermehrt InteresseaneinerambulantenDurchfüh- rung haben und für dieVorhaltung von OP-Ausstattung und-PersonalGebührenverlangen,dieinderRegeldurch den Kostenträger des Patienten nicht getragen werden. GrundsätzlichsinddiezahnärztlichenBemühungenum denalterndenPatientenverbundenmiteinemvermehr- tenZeit-undauchKostenaufwand.DiesgiltimBesonde- rengeradefürdenmobilenEinsatz. Das„DualeKonzept“inderLandeshauptstadtMünchen zeigt, dass die zahnärztliche Versorgung institutionali- sierter Patienten mit dem Schwerpunkt Prävention zu einer Verbesserung der Zahngesundheit führen kann undgleichzeitigKosteneingespartwerdenkönnen.Das AngebotbestehtauszweiModulen.DasersteModulist die präventive Betreuung,das zweite Modul die restau- rativ-therapeutische Versorgung. Das erste Modul bil- det die Basis,das zweite Modul kommt nur zumTragen, wenndazueineindividuelleNotwendigkeitbesteht,z.B. um die Hygienefähigkeit zu ermöglichen (Grundsanie- rung)oderwiederherzustellen.NurwenndasProphyla- xemodul abhängig vom individuellen Erkrankungsri- sikoregelmäßigdurchgeführt wird,ist daswichtigeZiel erreichbar, die Häufigkeit restaurativ-therapeutischer Eingriffe zu verringern. Die Versorgungskette des Projekts zur integrierten zahnmedizinischen Versorgung Pflegebedürftiger hat drei Glieder: 1. Regelmäßige zahnärztliche Untersuchung zur Beur- teilung des Mundgesundheitszustandes und Festle- gung der therapeutischen Notwendigkeiten am Wohnort des Betreuten. 2. Mobile präventive Betreuung durch spezialisierte zahnmedizinischeTeams.Zu der präventiven Betreu- ung gehören die Bewertung des Erkrankungsrisikos, die professionelle Zahnreinigung, das Aufbringen lokaler Therapeutika sowie eine Pflege- und Ernäh- rungsberatung. 3. Restaurativ-therapeutische Behandlung, die entwe- der mobil durch einen Patenzahnarzt oder bei Bedarf in einem zentralen Therapiezentrum erbracht wird. DasTherapiezentrum integriert diejenigen medizini- schenDisziplinen,diefüreinepatientenzentrierteund hochwertige Versorgung notwendig sind. Gleichzei- tigorganisiertdasZentrumeinenmobilenNotdienst. Das„Duale Konzept“ konnte bereits im ersten Jahr 2006 bei den über 1.000 betreuten Patienten zu einer deut- lichen Verbesserung der Mundgesundheit führen (Ver- ringerungPunktzahlTeamwerk-Index).Diesozial-ökono- mische Bewertung des Programms konnte zeigen, dass die wiederkehrende Betreuung in der zahnärztlichen Prävention vor Ort deutlich kostengünstiger ist wie die bislang bekannte Praxis. Der verstärkte dezentrale Ein- satz durch die Patenzahnärzte und Prophylaxeteams,in der Folge ein Rückgang von akuten Beschwerden ver- bunden mitTherapiebedarf in Praxis oder Klinik und da- mitderWegfallvonTransporten,konntedieKostendeut- lichreduzieren(–22%). Die Alterszahnmedizin steht oft in dem Verdacht, dass ein Kollege, der sich hier engagiert, zwar soziale und ethische Kompetenz beweist, jedoch wenig für seinen wirtschaftlichen Erfolg tut. Die Betreuung dieser Pa- tientengruppe darf kein Hobby bleiben. Der feste Wunsch, gerade den besonders engagierten Kollegin- nenundKollegenauchwirtschaftlichAnreizezubieten, ist gegenüber den Kostenträgern auf Bundesebene lautstark formuliert. Nicht zuletzt aber durch eben diese Vielzahl von sinnvollen Projekten durch enga- gierte Zahnärztinnen und Zahnärzte in Deutschland hat der Bereich Zahnmedizin im Alter eine besondere Bedeutung erfahren. Die zahnmedizinische Versor- gung unserer alternden Bevölkerung ist eine wichtige und spannende Aufgabe, der wir uns nicht entziehen dürfen.Bleiben Sie in Bewegung! n 19 DENTALHYGIENE JOURNAL 2/2010 Special n KONTAKT Dr.Cornelius Haffner Sanatoriumsplatz 2,81545 München E-Mail:haffner@teamwerk-deutschland.de

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