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Kambodscha ist etwa halb so groß wie Deutschland und wird von Thailand, Laos und Vietnam eingegrenzt. Hier wohnen rund 13 Millionen Menschen, davon ca. 1,5 Millionen in der Hauptstadt Phnom Penh. Doch zunächst landen wir mit unserem Flieger in der Stadt Siem Reap. In der Stadt herrscht eine beschauliche, ländliche Atmosphäre. Das verbreitetste Fortbewegungsmittel ist wie überall in Südostasien ein Moped mit Anhänger, auch „Tuk Tuk“ genannt. Die Preise variieren je nach Verhandlungsgeschick zwischen einem und zwei amerikanischen Dollar. Wir lassen uns in eine einfache Unterkunft bringen und merken schon während der Fahrt, wie stark Kambodscha bis heute von den Narben eines zwei Jahrzehnte andauernden Bürgerkrieges gezeichnet ist...

I 59 Lifestyle _ Reisebericht I cosmeticdentistry 2_2010 _Kambodscha ist etwa halb so groß wie Deutsch- land und wird von Thailand, Laos und Vietnam ein- gegrenzt. Hier wohnen rund 13 Millionen Men- schen, davon ca. 1,5 Millionen in der Hauptstadt Phnom Penh. Doch zunächst landen wir mit unse- rem Flieger in der Stadt Siem Reap. In der Stadt herrscht eine beschauliche, ländliche Atmosphäre. Das verbreitetste Fortbewegungsmittel ist wie überall in Südostasien ein Moped mit Anhänger, auch „Tuk Tuk“ genannt. Die Preise variieren je nach Verhandlungsgeschick zwischen einem und zwei amerikanischen Dollar. Wir lassen uns in eine einfa- cheUnterkunftbringenundmerkenschonwährend der Fahrt, wie stark Kambodscha bis heute von den Narben eines zwei Jahrzehnte andauernden Bür- gerkrieges gezeichnet ist. Bisspätindie1990er-JahrekonntemankeinenFuß auf dieses Gebiet setzen. Glücklicherweise hat die lange, blutige Herrschaft der Roten Khmer ein Ende gefunden und die Bevölkerung wird nicht länger vondieserkommunistischenGuerillatruppeterrori- siert.SeitdenWahlenvon1993istKambodschaeine konstitutionelle Monarchie: Prinz Sihanouk nahm dieKroneanundregiertdasLandseitdemalsKönig. DennochbefindetsichdieWirtschaftnochimmerin einem sehr schlechten Zustand und erholt sich nur langsam. Bis heute zählt Kambodscha zu den ärms- tenLändernAsiens.DasjährlicheDurchschnittsein- kommenbeträgtwenigerals300US-Dollar,rund40 Prozent der Bevölkerung lebt unter der Armuts- grenze. _Tuk Tuks und schwimmende Dörfer Unser erstes Ziel ist die Hauptstadt Phnom Penh, die man aufgrund der schlechten Infrastruktur am bes- ten mit einem Schnellboot erreicht. Es ist 7.00 Uhr morgensundwirbefindenunsamUferdesTonleSap. Die Strecke beträgt 320 Kilometer und unser Boot wird dafür voraussichtlich fünf Stunden benötigen. Sehr anheimelnd sieht das „Schiff“ jedoch nicht aus: Gebaut wurde dieser russische Kahn in den 1950er- Jahren. Meist wird er total überladen, Rettungswes- ten sind ein Fremdwort und es gab bisher reichlich Unfälle. Todesmutig nehmen wir auf dem Dach Platz und ziehen vorbei an schwimmenden Dörfern und Reisfeldern.Esist12.00Uhr,alswirendlichdieHaupt- stadt erreichen. Die Anlegestelle ist übersät mit Tou- ristenfängern für Unterkünfte und Tuk Tuks. Wir las- sen uns von dem Trubel nicht aus der Ruhe bringen undfahrenalsErsteszumKönigspalast.AufdemWeg dahinkönnenwirunsauchdiesmaldergroßenArmut nicht entziehen. Welch ein Kontrast stellt hingegen der riesige Kom- plex des Königspalastes mit dem schön angelegten Garten dar! Der Palast wurde im traditionellen Khmer-Stil errichtet, in dem die religiöse Symbolik eine bedeutende Rolle spielt. Leider gibt es für Besu-

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