Immer öfter liest und hört man von No Prep Veneers als das Verfahren der heutigen Zeit. In der Außendarstellung von Zahnarztpraxen wird dieses gern genutzt, um die Ängste der Patienten vor dem Zahnsubstanzverlust der Zähne bei der Anfertigung konventioneller Veneers zu umgehen. Es bedarf jedoch einer besonderen Selektion der Patientenfälle, um mit einer präparationsfreien Veneerversorgung ein ästhetisch zumindest zufrieden- stellendes Ergebnis zu erzielen. Marketingaussagen, dass diese Technik generell angewendet werden kann, sind kritisch zu bewerten und scheinen zum Ziel zu haben, den Patienten in die Praxis zu lenken...
I 19 Fachbeitrag _ Veneers I cosmeticdentistry 2_2010 bogen erfüllen diese Voraussetzungen bisweilen und werden auch im Rahmen der Präparation mittels Tiefenkontrolle durch ein Mock-up nicht präpariert. Sofern jedoch die Voraussetzungen gegeben sind, stellen No Prep Veneers die zu ergreifende Thera- pieform dar, um dem Gebot des nihil nocere Rech- nungzutragen.ImFolgendenwirddasVorgehenin einem solchen Fall dargestellt. Die Patientin stellte sich mit dem Wunsch der Ver- änderung ihres Lächelns vor, wollte jedoch keine Präparation ihrer Zahnsubstanz in Kauf nehmen (Abb. 1–3). Nach Abdrucknahme zur Evaluierung der Situation wurde auf dem unpräparierten Mo- dell ein Wax-up gefertigt und diese Situation als Mock-up in den Mund der Patientin eingebracht (Abb. 4). Die Patientin war mit dem Aussehen sehr zufrieden. Eine Gingivakorrektur mittels Dioden- laser wurde akzeptiert und durchgeführt (Abb. 5). Es wurde der Zahnschmelz angeraut und die Ap- proximalräume durch Stripping geöffnet (Abb. 6). Nach der Abdrucknahme wurde die Patientin mit einem Provisorium versorgt. Die Veneers wurden mit einer leucitverstärkten Keramik der Firma Jeneric Pentron (Presstige) im eigenen Labor als extrem dünne Verblendschalen im Pressverfahren hergestellt. Die Zähne wurden nach dem Abneh- men des Provisoriums geätzt (Abb. 7), gebondet und die Veneers verklebt (Abb. 8). Ein Finishing im Approximalbereich ist zwingend erforderlich, um dieHygienefähigkeitzugewährleisten.DasEnder- gebnis zeigt die beeindruckende Veränderung (Abb. 9). Wichtige Voraussetzung bei No Prep Veneers ist zumeinendiepassendeAuswahldesPatientenfal- lessowieauchdieErfahrungdesBehandlersbeider PlanungundDurchführungkomplexerVeneerver- sorgungen und sollte nicht allein der Fertigung im Dentallabor überlassen bleiben. Somit sind No Prep Veneers eine Sonderform der Veneerversorgung, die zahnärztliches Planen und Handeln unabdingbar machen._ Dr.Ralf Grieße Dental Perfection Peterstraße 36 26160 Bad Zwischenahn E-Mail:drralf.griesse@dental-perfection.de cosmeticdentistry _Kontakt Abb. 9 Abb. 5 Abb. 6 Abb. 7 Abb. 8
