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In einer aktuellen wissenschaftlichen Studie hat der Gesundheitsökonom Dr. Thomas Drabinski, Leiter des Instituts für Mikrodaten-Analyse (IfMDA), die Umsetzbarkeit einer „Ge- sundheitsprämie im Mo- dell Zahnmedizin“ um- fangreich untermauert. Das Kieler Institut hat im Auftrag des Freien Ver- bandes Deutscher Zahn- ärzte (FVDZ) geprüft, ob und unter welchen Be- dingungen die Einfüh- rung einer kleinen Ge- sundheitsprämie Zahn- medizin finanzierbar ist. Die Drabinski- Studie zeigt, dass in einem ersten Schritt der zahnmedizinische Leistungsbereich der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in Höhe von 12,5 Milliarden Euro vom prozentualen Beitrag abgekoppelt und durch eine tragbare Prämie finan- ziert werden kann. Jeder Erwachsene über 18 Jahre zahlt nach Berechnungen des IfMDA pro Monat eine Prämie in Höhevon18,90Euro.Umeinefinanzielle Benachteiligung einkommensschwacher Personen zu verhindern, sieht das Kon- zept einen systeminternen sozialen Aus- gleich vor. Der gewählte Studien-Ansatz hat den Vorteil, dass sich die Finanzie- rung der GKV vom konjunkturabhängi- gen Arbeitseinkommen und der Sub- ventionierung durch Steuergelder löst. „Hier wird ein zukunftsfähiges Finanzie- rungsmodell mit einem bewährten Ver- sorgungskonzept gekoppelt. Insgesamt bedeutet das mehr Nachhaltigkeit für alle Generationen, ohne Leistungsaus- schluss“, fasst Drabinski zusammen. „Der Einstieg in eine Prämienfinanzie- rung über den Sektor Zahnmedizin hat wesentliche Vorteile gegenüber dem theoretischen Regierungsmodell einer Gesundheitskombi“, bekräftigt der FVDZ Bundesvorsitzende Dr. Karl-Heinz Sund- macher die Ergebnisse der Studie. Der zahnmedizinische Leistungsbereich sei inhaltlich gut abgegrenzt und finanziell überschaubar. Sundmacher weiter: „Da die Patienten seit Jahrzehnten an Zu- zahlungen zu zahnmedizinischen Leis- tungen gewöhnt sind, dürfte ein Beginn der Finanzierungsreform mit der Zahn- medizin für die Versicherten keine große Überraschung darstellen und auch keine unlösbaren Umstellungsprobleme mit sich bringen.“ Die Einführung der kleinen Gesund- heitsprämie Zahnmedizin hätte laut Drabinski nebenbei für die Gesund- heitspolitiker den Charme, dass durch diesen Schritt der für 2011 prognos- tizierte Fehlbetrag in der GKV von etwa 11 Milliarden Euro kompensiert und die Steuersubventionierung der GKV zu- rückgedreht werden könnte. Drabinski: „Die bisher vorgelegten Prämienvor- schläge sind nicht nachhaltig, da sie auf immer weiter ansteigende Steuersub- ventionen angewiesen sind – und jeder Subventions-Euro wird mit 16 Cent Neuverschuldung erkauft.“ Studie er- hältlich unter www.ifmda.de 8 ZWP 7+8/2010 wirtschaft fokus IfMDA-Studie: „Gesundheitsprämie im Modell Zahnmedizin“ Die geplante Beitragserhöhung verschafft den gesetzlichen Krankenkassen finanziellen Handlungsspielraum. Diesen muss die Bundesregierung nach Ansicht der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns (KZVB) nutzen, um wenigstens ein Ver- sprechen des Koalitionsvertrags umzusetzen: die Abschaffung der Budgetierung für zahnärztliche Leistungen. Die Budgetie- rung wurde 1993 vom damaligen Bundesgesundheitsminister Horst Seehofer eingeführt. Seitdem dürfen die Ausgaben der Kassen für zahnmedizinische Behandlungen nicht stärker zu- nehmenalsdieGrundlohnsumme.DadiePraxiskostenweitaus schneller steigen, müssen die Zahnärzte jedes Jahr versteckte Honorareinbußen hinnehmen. Hinzu kommt: Ist das Budget einer Krankenkasse für zahnerhaltende Maßnahmen aufge- braucht, sinkt der vereinbarte Punktwert um bis zu zwei Drit- tel. Die KZVB reagiert darauf mit der Festsetzung sogenannter Puffertage. „Schwarz-Gelb hat uns im Koalitionsvertrag das Ende der Budgetierung in Aussicht gestellt. Wenn die Versi- cherten schon stärker zur Kasse gebeten werden, muss sich dies auf der Leistungsseite bemerkbar machen. Wenn nicht jetzt, wann dann?“, fragt KZVB-Chef Dr. Janusz Rat. www.kzvb.de KZVB: Budgetierung muss abgeschafft werden Hausmann Cartoon Mitgliederschwund

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