Die prothetische Versorgung stark zerstörter, endodontisch behandelter Zähne erfordert auch in der heutigen, durch die Adhäsivtechnik bestimmten Zeit in vielen Fällen immer noch die Notwendigkeit, den Aufbau für die Kronenversorgung mit einem zusätzlichen Retentionselement in Form eines Wurzelkanalstiftes zu verankern. Neben den traditionellen Wurzelstiften auf Metallbasis und Stiften aus Zirkonoxidkeramik sind seit einigen Jahren viele verschiedene Stiftsysteme aus faserverstärkten Kompositen erfolgreich im Markt eingeführt worden. Diese neuen Stifte sind vermehrt in den Mittelpunkt des Interesses der zahnärztlichen Praktiker und der Wissenschaft gerückt.
schließende Versorgung mit einer voll- keramischen Krone dar. Ein 38-jähriger Patient stellte sich in unserer Sprechstunde mit dem Wunsch der Erneuerung einer ästhetisch sehr unansehnlichen Krone an Zahn 11 und der Anfertigung eines Veneers an Zahn 21 vor (Abb. 8). Es zeigte sich am rech- ten mittleren Schneidezahn eine deut- lich zu kurze Metallkeramikkrone auf einem stark verfärbten Zahnstumpf. Der Zahn reagierte auf Perkussion un- auffällig und zeigte einen negativen Sensibilitätstest auf Reizung mit Käl- tespray. Im Röntgenbild war ein endo- dontisch behandelter Zahn mit einem Metallstift in der Wurzel und reizloser periapikalerRegionzuerkennen(Abb.9). An Zahn 21 befand sich mesial ein gro- ßer, provisorischer Kompositaufbau, ansonsten war der Zahn klinisch und radiologisch unauffällig. Nach Aufklä- rung und Erläuterung der Therapie- alternativen wurde beschlossen, die Krone an Zahn 11 abzunehmen und den Versuch zu unternehmen, den Metall- stift zu entfernen. Nachfolgend waren die Insertion eines adhäsiv verankerten Wurzelkanalstifts aus faserverstärktem Komposit und die Anfertigung einer Krone aus Zirkonoxidkeramik geplant. Für Zahn 21 war ein Keramikveneer vorgesehen. Nach Abnahme der Krone an Zahn 21 wurde das Aufbaumaterial vorsichtig entfernt und der koronale Anteil des metallischen Wurzelstiftes dargestellt (Abb. 10). Der Stift wies eine gute Re- tention auf, weshalb versucht wurde, mittels Anwendung von Ultraschall- energie (Abb. 11) die Integrität des Ze- ments zu zerstören, um den Stift ohne Gefahr für die Wurzel (cave: Längs- fraktur) zu entfernen. Nach einiger Zeit lockerte sich der Stift und ließ sich problemlos aus der Wurzel entnehmen (Abb. 12). Nach Darstellung des durch den Metall- stift stark erweiterten Wurzelkanalein- gangs wurde die Länge der bereits vor- handenen Tiefenbohrung, ausgehend von einem koronalen Referenzpunkt, mit einem Wurzelkanalinstrument er- mittelt, um nachfolgend mit dem Präzisionsbohrer des anzuwendenden Stiftsystems diese Strecke wieder ein- zuhalten. endodontie/zahnerhaltung zahnmedizin dinstrumentedinstrumente eichheantenr isiko ANZEIGE Abb. 14 Abb. 15 Abb. 16 Abb. 17 Abb. 14: Einprobe des Stifts aus glasfaserverstärktem Komposit. – Abb. 15: Spülung des Wurzelkanals. – Abb. 16: Trocknung mit Papier- spitzen. – Abb. 17: Anbringen einer Matrize und adhäsive Vorbehand- lung der Stiftbohrung und der Restzahnhartsubstanz mit einem dual- härtenden, selbstätzenden Adhäsiv.
