Kaum ein Monat vergeht, in dem wir nicht mit der Ankündigung einer Weiter- oder gar Neuentwicklung für die computer-gestützte Zahnheilkunde konfrontiert werden: Herstellung von Kiefermodellen aus Kunststoff mittels Rapid Prototyping-Verfahren auf Basis intraoraler Scans, Überlagerung von Modellations- mit DVT- und Implantationsplanungsdaten, digitale Röntgensysteme mit integrierten Gesichtsscannern, CAD/CAM-Fertigung von beispielsweise Zirkoniumdioxidgerüsten inklusive gefräster Verblendstrukturen aus Lithiumdisilikat usw.Dem aufmerksamen Zahntechniker fällt auf, dass mittlerweile ein Stadium erreicht ist, in dem nicht nur einzelne Technologien für sich stehen, sondern diese zu Gesamtlösungen miteinander verknüpft werden. Die Arbeitsabläufe in Praxis und Labor sowie die Zusammenarbeit zwischen Zahntechniker und Zahnarzt verändern sich hierdurch einmal mehr grundlegend. Sorgen bereitet die Vorstellung, dass die Rolle des Zahntechnikers bzw. sein Aufgabenbereich immer weiter geschmälert werden. Wird beispielsweise jeder Zahnarzt künftig selber scannen und modellieren, um die Restaurationen anschließend in einem industriellen Produktionszentrum herstellen zu lassen?
Kaum ein Monat vergeht, in dem wir nicht mit der Ankündigung einer Weiter- oder gar Neuentwicklung für die computer- gestützte Zahnheilkunde konfrontiert werden: Herstellung von Kiefermodellen aus Kunststoff mittels Rapid Prototyping- Verfahren auf Basis intraoraler Scans, Überlagerung von Modellations- mit DVT- und Implantationsplanungsdaten, digitale Röntgensysteme mit integrierten Gesichtsscannern, CAD/CAM-Fertigung von beispielsweise Zirkoniumdioxidgerüsten in- klusive gefräster Verblendstrukturen aus Lithiumdisilikat usw. Dem aufmerksamen Zahntechniker fällt auf, dass mittlerweile ein Stadium erreicht ist, in dem nicht nur einzelne Technolo- gien für sich stehen, sondern diese zu Gesamtlösungen miteinander verknüpft werden. Die Arbeitsabläufe in Praxis und Labor sowie die Zusammenarbeit zwischen Zahntechniker und Zahnarzt verändern sich hierdurch einmal mehr grundlegend. Sor- gen bereitet die Vorstellung, dass die Rolle des Zahntechnikers bzw. sein Aufgabenbereich immer weiter geschmälert werden. Wird beispielsweise jeder Zahnarzt künftig selber scannen und modellieren, um die Restaurationen anschließend in einem in- dustriellen Produktionszentrum herstellen zu lassen? Ich denke nicht, dass auf die zahntechnische Sachkenntnis künftig gänzlich verzichtet werden kann, aber wer nicht am Ball bleibt und sich gezielt neue Kompetenzbereiche erarbeitet, um seinen Platz im digitalen Workflow der Zukunft zu sichern, wird auf der Strecke bleiben. Auch aus diesem Grund richtet sich die im Januar dieses Jahres neu gegründete Fachgesellschaft International Society for Digital Dentistry (ISDD, www.isdd-online.net) sowohl an Zahnärzte als auch an Zahntechniker und bietet Ihnen so u.a. die Chance, im Dialog mit der Zahnärzteschaft ihren Einfluss wirkungsvoll geltend zu machen. Die ISDD widmet sich im Gegensatz zu anderen Vereinen und Arbeitsgemeinschaften nicht einzelnen Disziplinen oder Produk- ten mit digitalem Bezug auf nationaler Ebene, sondern sämtlichen relevanten Fachbereichen – von der Werkstoffkunde, CAD/ CAM über 3-D-Bildgebung, -Diagnostik und -Implantationsplanung bis hin zu digitaler Funktionsdiagnostik und Themen wie E-Learning etc. mit globaler Perspektive. Dabei sollte im Blick behalten werden, dass all diesen Bereichen eines gemeinsam ist: es steckt ein enormes technologisches Know-how dahinter. Und so verwischen nicht nur die Grenzen zwischen Ländern sowie zahntechnischen und zahnmedizinischen Aufgabengebieten, sondern es ist auch das Wissen von Ingenieuren, Mathe- matikern, Informatikern, Biologen, Chemikern, Physikern etc. aus aller Welt gefragt. Deshalb wird in der ISDD jeder willkom- men geheißen, der sich mit dem Vereinsziel identifiziert: die „grenzenlose“ Förderung der digital basierten Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde sowie Zahntechnik und deren Integration in die zahnärztlichen bzw. zahntechnischen Abläufe der Präven- tion, Diagnostik und Therapie. Lassen Sie sich keine Grenzen aufweisen! Ihr Florian Beuer, Head of the Scientific Advisory Board der International Society for Digital Dentistry e.V. ZWL 3/2010 3 zwl zahntechnik wirtschaft labor editorial Florian Beuer Head of the Scientific Advisory Board der International Society for Digital Dentistry e.V. „Grenzenlose“ Förderung der digitalen Zahnheilkunde
