Die korrekte Zahnfarbbestimmung stellt einen der schwierigsten Arbeitsschritte in der Herstellung von Zahnersatz dar, ist für das Therapieergebnis aus Sicht der Patienten jedoch entscheidend. In der Zahnheilkunde ist die gebräuchlichste Durchführung zur Bestimmung einer Zahnfarbe die Abmusterung eines Referenzzahnes mit einem Muster eines „Farbrings“. Dieses Vorgehen birgt jedoch zahlreiche Unsicherheiten in sich, die zu einem nicht zufriedenstellen-den Ergebnis führen können. Die digitale Zahnfarbnahme hilft hier bei einer standardisier-teren und schnelleren Zahnfarbbestimmung.Einleitung
sichtigt in Richtung eines zu hellen Er- gebnisses verändern. Aber nicht alles ist perfekt In Studien wird die Reproduzierbar- keit von digitalen Farbmessgeräten als überlegen im Vergleich zum mensch- lichen Betrachter gesehen. Jedoch lie- fern auch diese Geräte leider nicht im- mer das „perfekte“ Ergebnis. Die Zahn- farbmessung wird deutlich dadurch er- schwert, dass ein Zahn meist mehrere Farben aufweist und zusätzlich aus zwei Schichten besteht. Die Farbe wird hauptsächlich durch das Dentin be- stimmt, der Schmelz liegt je nach Zahnregion als unterschiedlich dicke und transparente Schicht darüber. Die- ses „double-layer“-Problem macht die Messung problematisch und unter- scheidet die Zahnfarbmessung von zum Beispiel der Farbmessung beim Lackie- ren eines Autoteils. Das Problem der unterschiedlichen Zahnfarben eines Zahnes können Geräte kompensieren, die multispektrale Messungen durch- führen, also viele Messungen an einem Zahn gleichzeitig vornehmen. Der Be- nutzer kann dann eine Zahnregion aus- wählen, an der er die Zahnfarbe ange- zeigt haben möchte („Farbmapping“). Die zahntechnische Umsetzung eines solchen Mappings erscheint wenig praxisrelevant, sinnvoller erscheint die Dreibereichsmessung, am Zahnhals, Zahnmitte und Schneidenregion, die eingeschränkt auch Geräte anbieten können, die ein kleines Messfeld haben. Eine weitere interessante Option eini- ger Geräte stellt die Möglichkeit dar, Mischfarben auszugeben. Das Gerät würde dann zum Beispiel anzeigen, dass Farbe A mit Farbe B im Verhältnis X zu Y angemischt werden sollte, um ein besseres Farbergebnis zu erzielen. Dies kompensiert zu gewissem Teil die unzu- reichende Abdeckung der natürlichen Zahnfarben durch die Zahnfarbmuster. Mehr als nur die Farbe bestimmen Die Bestimmung der Grundfarbe ist aber erst der erste Schritt der Zahn- farbbestimmung. Der Zahntechniker braucht noch weitere Informationen, beispielsweise über Schmelzrisse, Trans- parenzverlauf, Verfärbungen und Ähn- liches. Liegt keine Digitalkamera vor, können Farbmessgeräte sinnvoll sein, die ein Bild des Zahnes erstellen, das dann mit allen relevanten Patienten- informationen an den Techniker über- mittelt werden kann. Als Qualitäts- sicherungsinstrument können sich Ge- räte erweisen, die auch Keramiken ver- messen können. Sowohl Zahntechniker als auch Zahnarzt können die Farbre- produktion überprüfen und es können gezielter Angaben zur Korrektur ge- macht werden, ob die Helligkeit oder doch eher das Chroma verändert wer- den muss. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass digitale Zahnfarbnahme zu einer standardisierteren und schnelleren Zahnfarbbestimmung führt, die einige Nachteile der visuellen Abmusterung kompensieren kann. Jedoch sollte mo- mentan auf eine visuelle Gegen-Ab- musterung nicht verzichtet werden, da sich unzufriedenstellende Messergeb- nisse und auch Messfehler durch Fehler bei der Bedienung der Geräte einstellen können. Die visuelle Gegen-Abmusterung sollte dann aber immer unter vergleichbaren Lichtbedingungen zur digitalen Mes- sung stattfinden (meist CIE Referenz- licht D55 oder D65). Der Einsatz einer Tageslichtlampe, die standardisierte Lichtbedingungen schafft, ist dann verpflichtend. Wel- ches Gerät für welchen Behandler das richtige ist, ist eine individuelle Ent- scheidung je nach Anforderungs- profil. Eine detaillierte Aufstellung kann der folgenden Übersicht entnom- men werden. marktübersicht digitalisierung technik ZWL 3/2010 29 autor. Prof. Dr. med. dent. Alexander Hassel Oberarzt der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik Mund-, Zahn- und Kieferklinik des Universitätsklinikums Heidelberg INF 400, 69120 Heidelberg Tel.: 0 62 21/5 63 60 35 Fax: 0 62 21/56 53 71 E-Mail: alexander.hassel@med.uni-heidelberg.de Digital Shade Guide DSG 4PLUS, Fa. RIETH. Shadepilot, Fa. DeguDent GmbH. VITA Easyshade Compact, Hersteller: VITA Zahnfabrik.
