Aufgrund der bekannten hervorragenden Biokompatibilität von keramischen Werkstoffen haben sich zunehmend Implantatsysteme aus Zirkonoxid auf dem Markt etabliert. Positive klinische Erfahrungen über einen Zeitraum von mehr als 20 Jahren aus der Orthopädie mit Hüftgelenken aus Zirkonoxid lassen Erwartungen auch in der Zahnheilkunde wachsen. Viele ästhetische Probleme scheinen damit gelöst und Korrosionen sind bei diesem metallfreien Werkstoff nicht möglich.
diendesign vor, dass eine Umsetzung dieser neuenErkenntnisseindietäglichePraxisge- rechtfertig erscheint. Auf der anderen Seite sind dentale Implantate aus Titan hinrei- chend durch klinische kontrollierte Studien untersucht worden, dass auch ihr Einsatz in der zahnärztlichen Praxis als erfolgssicheres Verfahrengeltenkann.DasZusammenführen dieser beiden Erkenntnisse zu einem vollke- ramischen Implantat ist jedoch noch nicht hinreichend belegt. Die Qualität der Studien ist noch nicht ausreichend. An kontrollierten Studien liegen nur wenige In-vitro-Untersu- chungen vor und einige Tierversuche. Pro- spektive Studien für den klinischen Einsatz von Zirkonoxidimplantaten fehlen noch voll- ständig. Ein Vergleich mit herkömmlichen Ti- tanimplantaten und damit auch eine mögli- che Empfehlung für den praktischen Einsatz kann somit noch nicht getroffen werden. Keine Arbeit erfüllt die von Zarb und Al- brektsson(1998)gefordertenDeterminanten für die Erfolgsbeurteilung von Implantaten. Auch sind Gesichtspunkte der prothetischen Versorgung, wie zum Beispiel bei ungünsti- gen Implantatpositionen oder Hybridprothe- tikundderNachweis,dassessichumeinmin- destens gleich gutes Therapieverfahren wie die Implantation von Titanimplantaten han- delt, noch nicht erbracht. Die Dominanz von Veröffentlichungen mit einer allzu großen Nähe zu den Implantatherstellern ist auffal- lend,einUmstand,derinderImplantologiein toto bekannt ist und kritisiert wird (Walton 2006). Zusammenfassung Aufgrund der in Methodik, Statistik, Studien- design und Informationsgehalt stark diver- gierendenunddergeringenZahlanVeröffent- lichungen können nur deskriptiv, auf einem niedrigen Evidenzniveau, folgende Empfeh- lungengegebenwerden: –Zirkonoxid ist ein bioinerter, gewebe- verträglicherWerkstoff,derinderLageist, mit dem Knochen und Weichgewebe ohne Fremdkörperreaktionen zu interagieren. Es findet eine Osseointegration der Zir- konoxidimplantate auf einem ähnlichen Niveau wie bei herkömmlichen Titanim- plantatenstatt. –EszeichnetsicheineWeiterentwicklungder Zirkonoxidimplantateab,beiderdurchMo- difikationen der Oberfläche eine bessere Osseointegration erreicht werden soll. Dies kannanalogzuderEntwicklungdermoder- nen Titanimplantate mit ihren rauen Ober- flächengesehenwerden. –ZirkonoxidimplantatezeigendeutlicheVor- teile im ästhetischen Umfeld durch ihre weißeodereingefärbteFarbe.Zudembietet sichdieMöglichkeit,auchdieSuprastruktur indemselbenMaterialmittelsverblendeter Zirkonkronen zu gestalten. Der zunehmen- dePatientenwunschnachmetallfreienVer- sorgungenkanndamiterfülltwerden. –Die Qualität und Quantität von klinischen Studien über Zirkonoxidimplantaten ist bedenklich niedrig. Verschiedene auf dem MarkterhältlicheImplantatsystemekönnen keinerlei wissenschaftliche Untersuchun- gen vorlegen. Die wenigen klinischen Stu- diensindaufgeringemEvidenzlevelundsie sindalleinmehroderminderdirektemKon- taktmitdenHerstellerfirmenverbunden. –DerEinsatzinderimplantologischenPraxis kanndahernochnichtstandardmäßigemp- fohlen werden. Werden solche vollkerami- schen Implantate verwendet, bedarf es ei- nerbesonderenAufklärungdesPatienten. –Das mögliche Potenzial von Zirkonoxidim- plantatenistalshocheinzuschätzen.Esbe- darf jedoch weiterer klinischer Forschung undvorallemwissenschaftlichgutangeleg- terStudienmitklaremStudiendesign.3 ANZEIGE Dr. Sigmar Schnutenhaus Master of Science Implantologie Master of Science Parodontologie Breiter Wasmen 10 78247 Hilzingen Tel.: 0 77 31/18 27 55 E-Mail: info@schnutenhaus.de autor DieLiteraturlistestehtzumDownloadunter www.zwp-online.info/fachgebiete/implantologiebereit.
