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Aufgrund der bekannten hervorragenden Biokompatibilität von keramischen Werkstoffen haben sich zunehmend Implantatsysteme aus Zirkonoxid auf dem Markt etabliert. Positive klinische Erfahrungen über einen Zeitraum von mehr als 20 Jahren aus der Orthopädie mit Hüftgelenken aus Zirkonoxid lassen Erwartungen auch in der Zahnheilkunde wachsen. Viele ästhetische Probleme scheinen damit gelöst und Korrosionen sind bei diesem metallfreien Werkstoff nicht möglich.

Implantate sind in den letzten 40 Jahren zueinemausgereiftenTherapieverfahrenin der zahnärztlichen Behandlung geworden. Hohe Erfolgsraten haben die Indikationen vom zahnlosen Kiefer ausgeweitet auf jegli- che orale Rehabilitation nach Zahnverlust. Etabliert hat sich dabei der Werkstoff Rein- titan,dersichnebeneinergutdokumentier- ten biologischen Verträglichkeit auch auf- grund seiner physikalischen Eigenschaften bewährt hat. Zahlreiche Studien haben sowohl mit großen Fallzahlen und langen Beobachtungszeiträumen die Eignung von Titanimplantaten hinreichend belegt. Den- nochwerdenauchNachteileüberWerkstoff TitanfürenossaleImplantatediskutiert.Ein Problem stellt die dunkle Farbe und die feh- lende Transluzenz des Titans im ästheti- schen Bereich dar. Bei dünn ausgeprägter Schleimhaut kann es zu einem störenden Durchschimmern des grauen Metalls kom- men. Aus ästhetischer Sicht prothetisch nicht suffizient beherrschbar ist eine Situa- tion,beiderderImplantatkopfdurchRezes- sionen, Gewebeschrumpfungen oder peri- implantäre Entzündungen freiliegt. So kön- nen aus klinisch komplikationslos osseo- integrierten Implantaten mit funktionell einwandfreiem Zahnersatz absolute pro- thetische Misserfolge werden, die nur mit enormen chirurgischen und prothetischen Maßnahmen ausgeglichen werden können oder die meist in einer Kompromissversor- gungenden. Weiterhin lehnen Patienten zunehmend die VerwendungvonMetallenfürdieVersorgung ihrerZähneab.Dieseoftmehremotionalvor- getragenen Befürchtungen von chemisch- toxischen,potenziellpathogenenEigenschaf- ten des Metalls werden von verschiedenen wissenschaftlichen Studien genährt. Die kli- nischeRelevanzistungeklärt. Historische Entwicklung Neben dem Werkstoff Titan für enossale Im- plantate wurde bereits in den 1960er-Jahren des letzten Jahrhunderts begonnen, Implan- tatsysteme aus keramischen Biomaterialien zu entwickeln. Der CBS-Anker (Crystalline bone screw) war eines der ersten auf dem MarkterhältlichenSysteme.GrößereAnwen- dung erfuhr in Deutschland das sogenannte Tübinger Sofortimplantat. Ausgangsstoff für diese Implantattypen war hochreines Al2O3, dasbeihohemDruckdurchSinternverdichtet wird. Diese Aluminumoxidkeramiken zeigen die physikalische Eigenschaft eines sehr ho- hen Elastizitätsmoduls und damit einer aus- geprägten Materialsprödigkeit. So zeigte sich in der klinischen Praxis eine hohe Rate an Misserfolgen durch Brüche der Aluminium- oxidkeramik-Implantate unter Dauerbelas- tung. Die hohe Verlustrate des Tübinger ZIRKONOXIDKERAMIKIMPLANTATE 04 ZWP spezial 7+8/2010 Aufgrund der bekannten hervorragenden Biokompatibilität von keramischen Werkstoffen haben sich zunehmend Implantatsys- teme aus Zirkonoxid auf dem Markt etabliert. Positive klinische Erfahrungen über einen Zeitraum von mehr als 20 Jahren aus der Orthopädie mit Hüftgelenken aus Zirkonoxid lassen Erwartun- gen auch in der Zahnheilkunde wachsen. Viele ästhetische Pro- bleme scheinen damit gelöst und Korrosionen sind bei diesem metallfreien Werkstoff nicht möglich. VollkeramischeImplantate – ein evidenzbasiertes Verfahren? Autor: Dr. Sigmar Schnutenhaus Abb.1 Abb.2 Abb.3 Abb.1:FrakturderFrontzahnbrücke.–Abb.2:Zähne12,11und22warennichterhaltungsfähig.–Abb.3:Sofortimplantationmitzweizit-zImplantaten,Fa.ziterion,Uffenheim.

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