Vielen Patienten ist inzwischen bekannt, dass dentale Implantate eine sichere Behandlungsmethode darstellen und in vielen Fällen nicht nur eine Alternative, sondern die besseren Möglichkei-ten im Vergleich zu herkömmlichen Zahnersatz bieten. Trotzdem scheuen viele Patienten vor der Behandlung zurück. Zum einen fürchten sie Beschwerden während einer langwierigen, unter Umständen über ein Jahr dauernden Behandlungszeit und Probleme mit schlecht sitzenden, temporären Versorgungen. Zum anderen sind für viele Patienten längere, behandlungsbedingte berufliche Ausfallzeiten nicht akzeptabel. Folgender Beitrag zeigt, dass es auch anders geht.
ALL-ON-FOUR-KONZEPT 7+8/2010 ZWP spezial 19 NachderInserierungderdistalenImplantate erfolgt das Einsetzen der mesialen Implan- tate,wobeiauchhiereineOrientierunganden MarkierungenderSchabloneerfolgt. NachdemEinbringenderImplantatewerden die hinteren mit 30 Grad gewinkelten Abut- ments (Multi-Unit), die vorderen standard- mäßig mit 2mm hohen geraden Abutments versehen (2mm Multi-Unit Straight). Bei der Positionierung der distalen Abutments ist es wichtig diese so zu drehen, dass der Schrau- benkanal später okklusal oder etwas palati- nal endet. Auch hierbei dient die Schablone mitihrenMarkierungenzurOrientierung.Auf die Abutments werden unmittelbar die Ab- druckpfosten geschraubt, es erfolgt der Naht- verschluss. Die Abdrucknahme erfolgt mit- hilfe eines auf dem Situationsmodell im Vor- feld hergestellten individuellen Löffels durch einPutty-Silikonmaterial. Die Bissnahme wird ebenfalls mit einem Putty-Silikonmaterial durchgeführt, wobei zwei präoperativ markierte, extraoral gele- genePunktealsReferenzdienen. Nach Herstellung im zahntechnischen Labor kann die temporäre Versorgung am selben Tag eingegliedert werden. Hierbei sind die bereitsobenangesprochenen,wichtigenVor- aussetzungen zur erfolgreichen Sofortbelas- tungzubeachten: 1.StarreVerblockungderImplantate. 2.VermeidungvonFreienden. 3.Okklusale Adjustierung mit gleichmäßigen Kontakten, klare Front-Eckzahn-Führung zurVerringerungderBelastung. Insbesondere in der Phase zwischen der zweiten und achten Woche nach der Implan- tation sollte aufgrund der Umbauprozesse eineEntfernungderVersorgungundManipu- lationderImplantateunterbleiben. Prothetische Versorgung Die Abdrucknahme für die definitive Versor- gungerfolgtevierMonatenachderImplanta- tion.NachHerstellungderModellewurdedie Bissnahme mithilfe der temporären Versor- gungdurchgeführt. Das Gerüst für die keramisch verblendete Brücke wird durch CAD/CAM-Verfahren aus einem Block einer Chrom-Kobald-Legierung gefräst.DadurchwirdeineoptimalePassform beimaximalerHomogenitätdesWerkstückes erreicht. Abbildung 8 zeigt die Einprobe des Gerüstes, wobei in derselben Sitzung eine Einprobe der Zahnaufstellung sowie eine er- neute Bissnahme über die Gerüste erfolgt. NachVerblendungdiesesGerüsteserfolgtdie EingliederungderdefinitivenArbeit(Abb.9). Vorhersagbare, hohe Präzision Mit der beschriebenen Vorgehensweise steht einehocheffektiveMethodezurVerfügung,die eserlaubt,demimplantologischzubehandeln- den Patienten innerhalb eines Tages mit fest- sitzendemZahnersatzzuversorgen.Alsweite- renNutzenfürdenPatientenistderVerzichtauf augmentative Maßnahmen durch Winkelung der Implantate und die Vermeidung von Pro- blemen mit schleimhautgetragenem Zahner- satz in der Abheilungsphase zu sehen. Durch dieheutemöglichenCAD/CAM-Verfahrenkann auchdiedefinitiveArbeitmiteinervorhersag- baren,hohenPräzisionhergestelltwerden.3 (Temporäre Versorgung: ZTM Walter Kurdal, Mönchengladbach;DefinitiveVersorgung:ZTM WolfgangSommer,Mönchengladbach) Dr. Bernd Quantius, M.Sc. Spezialist Implantologie (DGZI) Giesenkirchener Str. 40 41238 Mönchengladbach E-Mail: praxisquantius@drquantius.de www.drquantius.de autor DieLiteraturlistestehtzumDownloadunter www.zwp-online.info/fachgebiete/implantologiebereit. Abb.7:TemporäreVersorgung. Abb.8:Gerüsteinprobe. Abb.9:DefinitiveArbeit. Abb.10:RöntgenkontrollederdefinitivenArbeit. Abb.7 Abb.8 Abb.9
